Society for recreating democracy in Kassel - an open society for cultural participation and inclusion
- as a part of a parliament of bodies, which the d14 developed as a tool of reinstalling democracy.

Gesellschaft für kulturelle Teilhabe in Kassel - ein Blog der Carottenkollektivgruppe (Alfa68, Bert, Eugen, Rabicca, Ralf, Reb, Regula, Sophia, Wolf, Zafie u.a.)

Wir müssen Gegenmächte bilden in einer seit Jahrzehnten immer stärker werdenden Exklusion von Künstler*innen und Kulturschaffenden in Kassel. Wenn Mitglieder einer führenden Partei privat bestimmen, wer an Gruppenausstellungen teilnehmen darf, wer öffentliche Räume für Aktionen und Kultur nutzen darf, dann bestimmen im Hintergrund die Geldgeber und die stärkste Partei in Kassel, wer hier Zugehörigkeit erleben darf und wer ausgeschlossen wird. Der erste Tabubruch muss das Brechen des perversen Schweigens sein, welches wie ein Bleimantel die freie Kommunikation in Kassel verhindert. Documentaforum, Stadtvertreter, Verwalter von Kunsttempel und anderen lokalen Ausstellungsorten, Atelierrundgängen usw. verweigern vielen Bürger*innen und Künstler*innen dieser Stadt die aktive Teilhabe. Die völlig subjektive, durch Machtmissbrauch bestimmten Entscheidungsstrukturen dieser Stadt zerstören auf Dauer das gesunde Funktionieren der Stadtgesellschaft. Die seit vielen Jahren festgefahrene, politisch gewollte institutionalisierte Gewalt gegen Künstler*innen widerspricht dem Bild einer Kulturhauptstadtbewerbung. Und sie widerspricht last but not least dem Grundgesetz, welches den Verantwortlichen nicht mehr als Leitlinie dient. Dieser Verrat an unserer Kultur ist in Kassel flächendeckend und wird durch Schweigen manifestiert.
Was können wir dem entgegensetzen? Welche langfristigen Strategien können wir verfolgen, um die Maske des Schweigens zu brechen und einen Keil in diese Gewaltstrukturen zu treiben? Wie erlangen wir weitere detaillierte Kenntnis von den Missbrauchsstrukturen der wenigen lokalen Multimillionäre/ -Milliardäre und wie entlarven wir deren durch die lokalen Medien unterstützten Vorgehensweisen? Was setzen wir diesen entgegen? Wie schaffen wir eine neue Basis für Kooperation und Teilhabe in Kassel? Wer beteiligt sich?

01.12.2020 Volker Kutscher, auf dessen Buchvorlagen die Fernsehserie Babylon Berlin entstand, spricht bemerkenswert offen über eine Zeit des Glanzes im Berlin der 1920/30er Jahre, welches durch Armut, Korruption und dubiose Geldgeschäfte in großem Stil geprägt war. Auch damals, im Vorfeld der Nazizeit und danach versuchten die Regime eine vermeintliche Weltoffenheit zur Schau zu stellen, eine Weltoffenheit, wie sie auch heute wieder postuliert wird, während sich zugleich die Schere zwischen arm und reich immer weiter öffnet und demokratische Strukturen unterlaufen werden, die eigentlich alle Bürger*innen schützen sollen. "Nie wieder!" hatte es nach dem 2. Weltkrieg geheißen, aber schon längst hat sich das schleichende Gift der narzisstischen Doppelbödigkeit in allen Bereichen der Gesellschaft breit gemacht. Was nach dem Krieg durch schlimmste Erfahrungen an Sehnsucht nach Menschlichkeit und Liebe in den Menschen ausbreitete, scheint verbraucht zu sein. In den Dörfern und Städten machen sich Resentiments zwischen den Menschen breit und die kleinen Mächtigen finden wieder Gefallen daran ihren Hass abzuladen, wo sie die Möglichkeit dazu sehen. Das Grundgesetz gilt längst nicht mehr, weil es nicht mehr verteidigt wird, weder von den politischen und finanziell Mächtigen noch von Rechtsvertretern des Staates noch von den Nachbarn. Ein lähmendes Schweigen untersetzt mit heimlichen Antipathien hat sich in Deutschland ausgebreitet, ein Schweigen wie dunkler Schnee, der die Verantwortungslosigkeit deckt. Es ist dasselbe Schweigen, was damals dazu führte, dass die KZs entstanden, dass Menschen durch die Straßen getrieben und ihres Lebens beraubt wurden. Zuerst kommt immer dieses Schweigen zu den Missständen in der Gesellschaft, der ungehinderte Machtmissbrauch im Klein-Klein der Frustrierten und Enttäuschten, die vom System an den Rand des existentiellen Überlebens getrieben werden. Diese Leute rächen sich irgendwann blind für ihr verpasstes Leben, aus dem sie nur aussteigen können, indem sie selbst mit Wut und Hass entäußern, wenn ihnen die neofaschistischen Strukturen des Staatsapparates die Gelegenheit dazu bieten. Da die Rettung hier nur durch das Mitmachen und Bösartigwerden, durch Raffgier und Ellenbogenmentalität erreichbar zu sein scheint, schaukelt sich ein System der Perfidität auf, welches sich endlich in Gewalt und Krieg äußern muss. Der extreme Glanz, in dem sich einige wenige Mitglieder der Gesellschaft sonnen, wird so zum Faltal des Niedergangs einer Gesellschaft, die sich vielleicht nur durch ihre Vernichtung erneuern kann. Wohl denen, die sich nicht verführen lassen diesem Strom der Selbstzerstörung zu folgen. Ihr Lohn sind Gesundheit und Selbstermächtigung, auch wenn sie wohl kaum je entscheidende Mittel in die Hand bekommen das Desaster zu verhindern.
Dieses Desaster zeigt sich heute zum wiederholten Mal in der schrecklichen Amokfahrt eines arbeitslosen, obdachlosen Mannes in Trier, der heute 5 Menschen tötete, indem er mit absichtlich erhöhter Geschwindigkeit durch die Innenstadt fuhr und wahllos Menschen überfuhr, darunter ein Baby und seinen Vater. Andere liegen schwerverletzt im Krankenhaus. Der Täter soll psychisch krank gewesen sein. Wir dürfen aber annehmen, dass er von den Behörden und der Kaltherzigkeit seines Umfeldes in eine ihm ausweglos erscheinende Situation getrieben wurde, denn obdachlos und den Sanktionen des Arbeitsamtes ausgesetzt, deren perverse Mitarbeiter*innen Menschen schlechtes unterstellen und dann die dringend zum Überleben benötigten Gelder streichen dürfen, führen zu solchen Kurzschlusstaten, die unsere Scheindemokratie damit zumindest mitverantwortet. Denn zur Menschenwürde gehört, dass jeder Mensch ein Obdach und genug Geld zum Überleben haben darf. Das aber garantieren die HartzIV-Gesetze nicht. In wieweit die Sachbearbeiter*innen der Trierer Behörden hier eine Mitschuld tragen, wird sicher nie an die Öffentlichkeit dringen. Allein durch die ausweglose Situation und die Sanktionen von pervers veranlagten Behördenmitarbeiter*innen kann ein Mensch zum psychisch kranken Unmenschen werden. Aber unsere Gesellschaft akzeptiert das so, denn sie wählt weiterhin die, die diese Gesetze eingeführt haben.

03.11. 2020 Seit Wochen spitzt sich die Berichterstattung über die Wahl des neuen amerikanischen Präsidenten in den Medien zu. Und natürlich hat ein Präsident in den USA als global Player auch einen großen Einfluss auf Europa und Deutschland, weshalb das Mediengestöse sicher verständlich erscheint. Interessant aber und eindeutig propagandistisch ist die Berichterstattung! Im Fernsehen werden die Trump-Anhänger mit ihren Fahnen und aufgenähten Trumpabzeichen wesentlich häufiger gezeigt als Jo Biden mit seiner zurückhaltenden Art, seiner Corona-Maske und seiner warmen beziehungsfreundlichen Art. Trump wird zwar in den Medien stark kritisiert, aber seine Fans werden ausführlicher gezeigt als die von Herrn Biden. Wenn wir davon ausgehen, dass der Multimilliardär T. weltweit einen möglicherweise großen Teil der Medien besitzt oder dort Mehrheitsrechte innehat, dann ließe sich dieses Ungleichgewicht in der Berichterstattung begründen. Und Gründe muss es ja geben, dass selbst deutsche Journalisten, Interwiever und Politwissenschaftler Herrn T. eine weitausgrößere Pressepräsenz und wesentlich mehr Sendezeit zugestehen als Herrn Biden. Dieser Fakt lässt sich aus der Tatsache seiner amtierenden Präsidentschaft allein nicht erklären. In Deutschland jedenfalls expoldiert die vom Staat wohl deutlich unterstützte tendenziöse Berichterstattung im Verein mit der weltweiten PR des Finanzkapitals zu einem die Machtmissbrauchswirtschaft unterstützenden bizzaren Supermonstertheater. Herrn T. stört das wenig, denn seine Marginalitätunterstützt seine Publicity. Dieses Welt-Wirtschaftsmonster zerstört unser Klima, unsere Mitmenschlichkeit, die Sachlichkeit der Information und unterstützt letztlich den Kampf jedes Einzelnen gegen "die Anderen". Es wird seine wirtschaftlichen Probleme durch Anzettelung neuer Kriege lösen. Denn weltweit ist die Investition in Panzer- und Waffenbau eine der lukrativsten der Welt. Und was gebaut wird, muss verwendet werden. Gegen die zahlreichen Kriege, Bürgerkriege Hungersnöte, die die globale Misswirtschaft anrichtet ist das Sterben der Covid-19-Patienten ein Tropfen auf dem heißen Stein. Warum sprechen und gegen wir nicht gemeinsam bewusst gegen die Unmenschloichkeit vor, die sich überall bei uns vor den nationalen und internationalen Türen breit macht?

19.10.2020
Wie entsteht Rassismus? Aus welchen Gründen wächst die Gewalt in einer Gesellschaft? Der Bürgerrechtler und Psychiater Frantz Fanon (1925-1961) hat in seiner Klinik die Opfer des Algerienkrieges behandelt, und zwar die französischen Täter, die gefoltert und diskriminiert hatten, und die algerischen Freiheitskämpfer, die ihm als Häftlinge zugeführt wurden, weil sie ebenfalls unter schweren posttraumatischen Belastungsstörungen litten. Als dunkelhäutiger Arzt gehört er zum diskriminierten Teil der Gesellschaft. In seinem Buch Peau noire white masques (1952) untersucht und beschreibt er die im Kolonialismus zur Selbstverständlichkeit gewordene Ungleichbehandlung dunkelhäutiger Menschen, die von den Kolonialherren ihrer Bürgerrechte beraubt werden, indem ihn
en schon vor jeder individuellen Begegnung die soziale, politische und kulturelle Zugehörigkeit im Prinzip abgesprochen wird. Für Fanon ist der Kolonialismus manichäisch strukturiert. Deshalb leben die Kolonisierer und die Kolonisierten in zwei unterschiedlichen, nicht zu vereinbarenden Welten, die sich zwar anziehen und bedingen, aber dennoch einer nicht überbrückbaren Distanz unterliegen. In seiner psychoanalytischen Analyse überträgt Fanon Hegels Methapher vom Herrn und Knecht auf die herrschenden europäischen Kolonialherren, die für die Stärkung ihres Selbstbewusstseins die außereuropäischen Anderen durch Ausbeutung und mit Gewalt in die Rolle der Knechte zwingen. In Hegels dialektischem Denken besteht jedoch die Möglichkeit, dass sich diese Rollen umkehren, weil er eine potentielle Gleichberechtigung als Conditio humana annimmt, die den Knechten die Herrschaft potentiell möglich macht. Diese Voraussetzung, so konstatiert Fanon, ist im kolonialen Denken nicht gegeben, weil es - wie übrigens auch der Nationalsozialismus - nicht von einer gemeinsamen Bedingung des Menschseins ausgeht. Die einzige Möglichkeit, die die so ihrer Individualität und Zugehörigkeit beraubten, benachteiligten Bevölkerungsschichten haben, sieht Fanon in der Totalverweigerung der ihnen aufgezwungenen Stereotypen und im Befreiungskrieg. Erst in der Selbstvergewisserung der eigenen Identität, im sich gemeinsamen Distanzieren von der erniedrigenden Herrschermentalität kann sich aus seiner Sicht ein dialektisch gleichberechtigtes Verhältnis zwischen den Parteien ergeben. Erst wenn die Basis geschaffen wurde, die gleichberechtigte Anerkennung des Anderen als gleichwertiges menschliches Wesen, kann sich Gewalt reduzieren, ist Begegnung und Umgang mit der Verschiedenheit der Menschen ohne Gewaltexzesse möglich. Wenn wir diese These auf den aktuellen Umgang mit Rassismus in Deutschland übertragen, dann müssen wir davon ausgehen, dass die steigende Gewalt in Deutschland auf dem Mangel an Gleichberechtigung und der Unterdrückung und Benachteiligung großer Anteile der Bevölkerung beruht. Zwar tönt es von Seiten der Bundesregierung und aus allen Medien, dass Flüchtlinge gleichberechtigte Bürger*innen seinen, denen geholfen werden muss, aber das Leid dieser Menschen, die jahrelang ohne Anerkennung in einem unsicheren Status in Deutschland leben müssen, oft ohne arbeiten zu dürfen, ist groß. Gleichzeitig werden immer größere Teile der Bevölkerung in prekären Arbeitsverhältnissen an den Rand ihrer Existenz getrieben, von HatzIV-Maßnahmen gedemütigt und für an ihrer Situation selbst für schuldig erklärt. Die herrschenden großen Parteien haben sich daran gewöhnt diese Bevölkerungsteile massiv zu benachteiligen, sie kulturell und politisch zugunsten einer kleinen Geldmacht-Schickeria herabzusetzen, zu der sie selbst per Geburt gehören. Dass wir diesbezüglich schon lange nicht mehr in einer Demokratie leben, die allen die gleichen Bildungschancen, die gleichen Aufstiegschancen und die gleiche Zugehörigkeit zugesteht, zeigt sich schon dadurch, dass die Politiker*innen, die über deutsches Recht entscheiden, keine Chance auslassen ihre Kinder und Enkel fest im bestehenden Wirtschafts- und Politsystem zu verankern und ihnen dafür unbegrenzte Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Längst kann niemand mehr durch sein pures Können in der Kunst, der Kultur, im Beruf erfolgreich sein. Die Parteienpolitik betreibt hier ein seit Jahrzehnten zunehmendes heimliches Ausgrenzungsspiel. Dass dies intelligente und begabte junge Menschen verbittert und in die meist erfolglose Suche nach Alternativen treibt, ist völlig klar. Wenn nur Demokratie gepredigt, aber von den Prediger*innen selbst nicht eingehalten, sondern pervertiert wird, entsteht auf der Seite der Unterdrückten und Ausgegrenzten der Impuls zur Befreiung und zur Gewalt. Terroristen kommen als Täter nicht nur aus den untersten Bevölkerungsschichten, denn auch die gut versorgten Jugendlichen und jungen Erwachsenen erleben bewusst oder unbewusst die Verlogenheit ihres Umfeldes, in dem sie sich nicht mehr zugehörig fühlen können und deshalb um Selbstermächtigung ringen. Vor die Wahl gestellt depressiv im Nichtswertsein zu versinken oder wütend und voller Hass aufzubegehren, in einer Gesellschaft, die sich für ehrliche, nährende Begegnungen keine Zeit mehr nimmt, wählen die Besten aus der Riege der Ausgegrenzten die aggressive Teilhabe. Auch wenn ein Staat für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit sorgen muss, so muss er doch gleichzeitig die Ungleichheit bekämpfen, und zwar an den Stellen, wo sie durch einseitige Machtverhältnisse verletzt wird: In der Kunst und Kultur durch Beteiligung aller Künstler*innen, nicht nur die der Parteibuch- oder Geldbesitzer; im Rechtssystem durch die Degradierung von Richtern, die gegenüber Angeklagten das Gleichheitsgebot verletzen; gegenüber Politiker*innen, Milliardär*innen und Großunternehmer*innen, die ihre Einnahmen nicht im Land versteuern und damit zu Verrätern an der Gemeinschaft werden. Diese Maßnahmen bestehen genau wie das Grundgesetz nur noch auf dem Papier. Und weil die Regierung als Büttel der Superreichen durch die Corona-Krise neue Schulden bei den Reichsten macht, haben diese sie auch noch mehr in der Hand als vorher. Sie verdienen an den Schulden und bereichern sich dadurch in zunehmendem Maße aus den Gemeinschaftstöpfen. Die Kluft, die deshalb zwischen den wenigen Reichsten und der zunehmend unterdrückten, prekär arbeitenden Bevölkerung auftut, wird größer. Die Bereitschaft von Richtern ungesetzliche Urteile zugunsten der Reichen zu fällen wird größer und die Kultur zeigt die immer schlechter werdenden Werke der Priviligierten. Und dann wundern sich diese Leute, dass sich diese Ausweglosigkeit Bahn bricht? Muss es auch in Deutschland erst zum Aufstand der breiten Masse kommen, wie dies zur Zeit in Chile, Belarus und Tailand geschieht?  Deutschland bewegt sich hier auf dünnem Eis und dieses Eis wird langsam dünner. Noch zieht sich die Rentnergeneration, die ihre Rente noch in einem gesunden Rentensystem aufbauen konnte, in die eigenen vier Wände zurück. Noch leben weite Teile der Bevölkerung ihren Frust durch primitive kleine Gehässigkeiten und passiven Widerstand gegeneinander aus. Noch schaffen es die deutsch-amerikanischen Geheimddienste genug Leute in die rechte und linke Szene zu schleusen, die sich staatlich geschützt an Gewaltexzessen beteiligen, um so die Öffentlichkeit vom eigentlichen Problem abzulenken. Was aber passiert, wenn trotz gegenteiliger Medienaussagen deutlich wird, dass Menschenwürde und Gleichberechtigung in Deutschland schon lange nicht mehr für alle gilt, wenn die grundsätzliche Gleichberechtigung konterkarriert wird und bei den Armen, Alten und Kindern nicht ankommt? Wenn wir in Behörden und Gemeinden ungestraft denunziert und rechtswidrig behandelt werden dürfen? Wenn wir begreifen, dass wir für die Politiker*innen und die Vorstände der Krankenkassen, Versicherungen und Konzerne letztlich als Menschen nicht mehr existieren, weil wir als Knechte eben die gesetzlich versicherten Grundrechte de facto nicht mehr erlangen können?

10.10.2020 In Nordhessen werden an Unis und in Gemeinden Anti-Diskriminierungsprogramme installiert, die offensichtlich von der Bundesregierung bezahlt werden. Vordergründig glaubt man: Das ist doch eine gute Sache! Niemand will in seiner Menschenwürde verletzt, benachteiligt oder irgnorant ausgegrenzt werden. Die Zielgruppe diese Programme sind vor allem Migrant*innen, die es schwer haben in Deutschland akzeptiert zu werden, besonders wenn sie durch ihre Hautfarbe, durch Sprachprobleme oder ihr Verhalten auffallen. Wovon diese Programme allerdings ablenken ist die Tatsache, dass die schwerwiegenden Diskriminierungen in Deutschland von staatlichen Institutionen und deren Geldgeber*innen ausgehen. Pervers-narzisstisches Ausgrenzungsverhalten durch die herrschenden Parteien hat in Deutschland massiv zugenommen. Längst reicht es nicht mehr einen guten Universitätsabschluss oder eine Doktorarbeit vorweisen zu können, um herausragende oder gut bezahlte Stellen zu bekommen. In den allermeisten Fällen braucht "man" das richtige Parteibuch, dies nicht nur für die Anstellung an Hochschulen, sondern auch für die kleineren Angestelltenverhältnisse innerhalb von Gemeinden und Städten. Dies führt dazu, dass Bewohner*innen dieser Landstriche, die nicht der dort herrschenden Partei angehören, herabgesetzt, benachteiligt und schlechter behandelt werden als die Parteimitglieder. Diese Tendenz hat im Zuge der Resourcenverknappung und der dauerhaften prekären Arbeitsmarktlage zum Teil drastische Formen angenommen. Ungestraft dürfen kleinere Angestellte, ja sogar der Bürgermeister einer Gemeinde Briefe mit falschen Behauptungen verschicken ohne dass sich diese Anschuldigungen auf Nachfrage und mit Beweisen aus dem Weg räumen lassen. Ist Deutschland wieder einmal als erstes Land auf dem Weg in die perverse Spaltung in wertes und "unwertes" Leben? Die Antidiskriminierungslotsen jedenfalls kommen aus den Politkreisen, die an Unis und in Verwaltungsstrukturen glauben parteipolitisch machen zu können, was sie wollen. Deshalb werden diese bezahlten Programme in Leere laufen. Für viele in Deutschland Lebende sind sie ein Schlag ins Gesicht, weil sie vordergründig für Recht und für das Grundgesetz eintreten, im Hintergrund aber selbst ungestraft Diskriminierung betreiben. Es hilft einfach nicht immer mehr Frauenbeauftragte, Schlichtungsstellen und Antidiskriminierungsprogramme zu installieren, wenn diejenigen, die diese Stellen verantworten, ihre eigene Doppelmoral nicht beenden wollen. Sie sind damit der Anlass zur Entwicklung von mehr Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft, und sie treiben neofaschistisches Denken voran. Armes Deutschland, magst ruhig sein!

03.10.2020 Dreißig Jahre Tag der deutschen Einheit: Dass beide deutsche Staaten wieder zusammengeführt wurden, die Grenzen zum Osten nach so langer Zeit wieder offen waren, löste 1989/90 in Ost und West einen Freudentaumel aus. Kassel war nicht mehr Zonenrandgebiet, sondern eine Stadt in der neuen Mitte des Landes. Die Freude über die Reisefreiheit ist für die jüngeren Generationen selbstverständlich. Auch kennt kaum jemand mehr die verfallenen grauen, von Braunkohleöfen verrauchten Städte des Ostens. Sie wurden längst renoviert und strahlen heute farbenfroh in den längst nicht mehr neuen Alltag. Milliarden von Steuergeldern flossen in den ausgebluteten Osten, nur bei der Mehrzahl der Bevölkerung kam der Geldsegen nicht an. Und auch wirtschaftlich hat sich der Osten unseres Landes immer noch nicht erholt. Der westliche Kapitalismus hatte die Herrschaft übernommen und vieles Altbewährte im Osten einfach platt gemacht. Die weltweiten Wirtschaftskrisen treffen uns alle, mit Corona aber wieder einmal besonders die Arbeiter und Geringverdiener. Was uns allen Mut machen würde und unser Land zum Blühen bringen würde, wäre der Verzicht der Geldmacht-Elite auf die weitere Ausbeutung der Gesellschaft. Innere Werte schaffen ein positives Miteinander, wenn wir uns wieder aufeinander verlassen könnten, darauf verlassen könnten, dass die Reichen nicht mehr reicher werden, weil sie einsehen, dass sie so Hass und Gewalt schaffen, weil die Zahl der Geringverdiener ständig steigt. Wenn wir uns darauf verlassen könnten, das Politiker*innen wirklich Demokratie für alle Bürger*innen umsetzen, uns nicht mehr belügen und auf immer neue Weise abschröpfen, sondern auf ihre Gehälter verzichten, wenn sie aus Milliardärsfamilien kommen, die noch ihre Urenkel reich machen werden. Es wäre ein völlig neuer Schritt, wenn hier echte Einsicht und eine aktive Wende zum Gemeinwohl möglich würden. Bisher gab es nur Lippenbekenntnisse. Was brauchen die Mächtigen eigentlich, um die grundgesetzlich verankerte Menschenwürde für uns alle wirklich umzusetzen? Was brauchen sie, um mit gesundem Menschenverstand auf ihre horrenden Überschüsse zu verzichten? Werden sie endlich demokratisch, christlich-sozial, ehrlich mitmenschlich handeln? Dann jedenfalls könnten wir Einigkeit, Recht und Freiheit erleben in Deutschland. Dann ...

28.08.2020 General Pjotr Nikolajewitsch Krasnow veröffentlichte 1938 den Roman Der endlose Hass, in dem er den Niedergang einer gebildeten russischen Familie vom Zarenreich bis zur Machtübernahme durch die Bolschewiki und der Entwicklung des Sowjetstaates in Sankt Peterburg/ Petrograd beschreibt. Er stellt den Hass eines sozialistisch-ideologisch aufgeheizten Mitgliedes der Familie und den Hass der fleißigen Familienmitglieder, die es zu einem gewissen Reichtum gebracht haben, in einer Entwicklungsgeschichte dar, in der der radikale Sieg der Arbeiterklasse über die etablierten Großgrundbesitzer und Adeligen zur Zerstörung der russischen Infrastruktur, zu Masseninhaftierungen, zu großen Hungersnöten und zur Auslöschung eines großen Teils der Bevölkerung führt, und dadurch immer mehr Hass und Verrohung entstehen. Krasnow paktierte als zarentreuer Kosake in Deutschland mit den Nazis, wurde nach dem 2. Weltkrieg an die UdSSR ausgeliefert und dort 1947 hingerichtet. Sein Roman zeigt, zu was Menschen unter bestimmten Bedingungen fähig sind. Und er zeigt, wie durch das marode gewordene, dekadente Missbrauchsystem der herrschenden Klasse, die Schrecken zweier Weltkriege und die radikale Machtergreifung der Sozialisten in wenigen Jahren fast jede Menschlichkeit verloren geht.
Heute können nur die Flüchtlinge aus Syrien und anderen Staaten vom Krieg erzählen. Wir haben uns in Deutschland im Kapitalismus und Wohlstand eingerichtet, und vergessen dabei, dass die weitere Demütigung von großen Teilen der Bevölkerung, der Alten, Kranken, Kinder und Arbeitslosen in einem immer härter werdenden Kampf um Ressourcen langfristig zum Anstieg von Hass und Gewalt führt, einem Pulverfass, welches sich ganz plötzlich und radikal entladen könnte, und dies zum Schaden aller Beteiligten, der Superreichen wie der Armen. Menschenwürde, Fairness und Gerechtigkeit sind zarte Pflänzchen, die immer wieder systematisch vom Unkraut der Machtgier befreit werden müssen, damit wir alle nicht in der Wüste des Hasses verdorren müssen.

22.08.2020 Die Corona-Zahlen steigen sprunghaft und stetig in Deutschland seit viele Leute von ihren Urlaubsreisen aus anderen Ländern zurückkehren, dachdem sie dort ungeschützt gefeiert haben, in Flugzeugen zusammengepfercht und in Massenabfertigungen versorgt wurden. Es ist klar, dass die Mehrzahl dieser Leute nur aus Angst vorübergehend stillgehalten hat als der Lockdown verkündet wurde. Mit "Zusammenhalten" hatte das wohl nur in seltenen Fällen zu tun. Eine Gesellschaft, die seit vielen Jahren systematisch zu Egoismus und Vorteilsdenken, zu perverser Ausgrenzung von anderen Mitgliedern der Gesellschaft, zu Machtdenken und materiellem Konsum erzogen wurde, kann den nachhaltigen Umgang mit dem Virus nicht denken, geschweige denn Konsumeinschränkungen auch nur hinnehmen. Freiheit wird ausschließlich persönlich, materiell und ohne Rücksicht auf andere erlebt. Seit dem Schulbeginn nach den Sommerferien in Hessen sind die Busse und Straßenbahnen wieder so vollgestopft, dass Abstände von einem Meter schon unmöglich werden. Es gab und gibt also diesbezüglich keine intelligente Vorbereitung der öffentlichen Hand auf diese vorprogrammierte Situation, obwohl genug Einsatzfahrzeuge und Personal für den Mehrbedarf zur Verfügung stehen. Da wundert es nicht, dass Jüngere die postulierten Warnungen lächerlich finden und sich auch an wirklich notwendige Verhaltensregeln nur teilweise halten. So jedenfalls machen sich die Zusammenhaltverkünder wirklich zum Gespött der Nation. Verantwortung und Nachhaltigkeit im Umgang mit dem Virus haben sie jedenfalls nicht bewiesen!

16.08.2020 Vom 11.-12.Sept. findet FAIR HANDELN -- GESELLSCHAFT VERWANDELN! Gemeinwohl-Ökonomie und Soziale Dreigliederung als Kompass für ein gutes Leben für alle in Kassel statt. Wenn die Ergebnisse dieser Tagung eine Basis zu einem ehrlichen, parteienunabhängigen Wandel beitragen kann, der sich auch durch Nachhaltige Spuren in der Gesellschaft manifestiert, können wir uns freuen. Bisher aber werden zwar gute Ideen verkündet, die Organisation der GWÖ aber parteipolitisch-hierarchisch strukturiert, sodass sich unabhängige Organisationen und Gemeinschaften bilden müssen, die auch untereinander gemeinwohlorientiert denken können. 

14.06.2020
Zum 100. Todestag von Max Weber würdigt 3sat diesen Pionier der Soziologie in einer Reportage. Max Weber geht davon aus, dass es für eine freiheitliche Demokratie wichtig ist, dass Wertkonflikte öffentlich ausgetragen werden, um ein gesellschaftliches Gleichgewicht zwischen Freiheit und Zwang zu garantieren. Die dynamischen Kräfte des Kapitalismus, der Demokratie und des Individualismus werden in der westlichen Kultur bestimmt von einem Rationalismus, der sie zwar zusammenhält, aber im Menschen vorhandene Glaubenssehnsüchte nicht ersetzen kann. Dadurch entstehen immer neue Gegenbewegungen und Verschwörungstheorien. Was ist wichtiger, die Freiheit des Versammlungsrechts oder der Gesundheitsschutz in der Corona-Krise? So aktualisiert fragt die Reportage mit Weber, wie sich ein solch perverses System wie der Rationalismus so grundlegend etablieren konnte. Eine offensichtlich schon vor 100 Jahren und vor dem 2. Weltkrieg grundsätzliche Hinterfragung gesellschaftlicher Entwicklung erscheint angesichts der Protestbewegung "We can´t breath", der Klimaschutzbewegung, der Entwicklung von zahlreichen neuen Parteien, von neuen Verschwörungstheorien und links- wie rechtsextremistischer Gewalt brandaktuell. Im bürokratischen "Stahlgehäuse der Hörigkeit" wird die Bewegungsfreiheit des Individuums immer mehr eingeschränkt. Deshalb bricht sie sich unkontrolliert und ohne Rücksicht auf Verluste Bahn. Die im Grundgesetz verankerten Rechte des Individuums können wohl auch in der aktuellen Situation weder bei den Mächtigen noch bei den Protestierenden immer vorausgesetzt werden. Sie müssen jeweils leidvoll und durch ihren Verlust neu errungen werden. Politik und Kultur müssen sicherstellen, dass zwischen allen beteiligten Bewegungen ein Freiheitsdiskurs möglich bleibt, der die Grundlagen der Menschenwürde und des Gemeinwohls nicht verlässt. Wie wollen sie dies tun, wenn sie selbst diese Grundlagen schon lange nicht mehr einhalten wollen, wenn Gemeinwohl keine Maxime der Gesellschaft mehr sein kann?  

31.05.2020 In Fantasie- und Soapfilmen wiederholt sich der Traum vom "Guten Leben für Alle", der nachsten Sonntag gefeiert werden soll. Aber die Organisationen, die diesen Traum der meisten von uns als vom Staat geförderte "Programm" initiieren sind alle Mitglieder der beiden großen Parteien, die auch hier die Sehnsucht nach Menschlichkeit und Gemeinschaftlichkeit unter ihre Herrschaft bringen wollen und für ihre Zwecke instumentalisieren. Ja, wir wollen es alle, diese echte Gemeinschaft, Demokratie und Freiheit für die persönliche Entwicklung. Aber dann scheitern wir daran, dass die Machtstukturen der scheinbar freien Organisationen so perfide organisiert sind, dass der Einsatz für diese Ziele in der Öffentlichkeit nur politisch Zugehörigen erlaubt wird. Alle anderen müssen sich in ihren Initiativen perverse Ausgrenzung und Ignoranz gefallen lassen. Sie sollen untergeordnete "Follower" bleiben. Da Parteizugehörigkeit nicht offengelegt werden muss, kann so heimlich dafür gesorgt werden, dass nur die Menschen aus den eigenen Reihen erfolgreich in einer neuen Initiative Fuss fassen dürfen. Sollte eine neue Bewegung oder Partei entstehen, die echte Ziele umsetzen will, wird sie von den Mächtigen infiltriert und systematisch zerstört oder vereinnahmt. Freie Menschen, die ihrer Kreativität folgen ohne parteilich zugehörig zu sein, haben nicht die geringste Chance ihre Ideen wirkungsvoll umzusetzen, in keinem wissenschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen oder politischen Kontext. Mit Demokratie und einem "Guten Leben für Alle" hat dies leider so gut wie nichts zu tun. Deshalb besteht hier zwar die Freiheit sich zu engagieren und seine Lebenskraft einzusetzen, aber echte Teilhabe, gegenseitige Anerkennung und gleichberechtigte Gemeinschaft bleiben auf der Strecke und demolieren die Nachhaltigkeit neuer Projekte.

22.05.2020 Bei den Demonstrationen gegen die Bürgerrechtseinschränkungen während der Corona-Krise, die ja auch das Versammlungsrecht betreffen, tauchen vermehrt Demonstrant*innen auf, die den Judenstern mit der Aufschrift "ungeimpft" tragen. Dass Jens Spahn mit der Einführung der Impfpflicht einen weiteren Schritt zur Entmündigung der Bürger*innen getan hat, steht hier nicht zur Debatte. Dass Impfgegner jetzt allerdings den Judenstern, der zur schlimmsten Massenvernichtung und der Aufhebung der Menschenrechte von großen Teilen der europäischen Bevölkerung geführt hat, instrumentalisieren, zeigt, wie wenig intelligent und wie emotional aufgeladen sich große Teile der Bevölkerung in der Gegenwart versuchen gegen einen immer rigider und perverser handelnden Staat zu wenden. Hass und Gewalt in Deutschland, erzeugt durch die Benachteiligung und Erniedrigung von immer größeren Zahlen von Menschen, die in prekären Arbeitsverhältnissen, als Arbeitslose, Rentner*innen und unter der Knute von Zwangszahlungen für Rundfunkgebühren in immer knapperen Lebensverhältnissen landen, bricht nun an Stellen aus, die rein rational nicht zu verstehen sind. Deutsche Politiker*innen haben sich formal in der Corona-Krise sicherlich richtig verhalten, auch wenn wir annehmen müssen, dass die offiziellen Fallzahlen weit höher sind, die Rettungspakete überwiegend den Großkonzernen dienen, die auch in Zukunft ihre Einnahmen ins Ausland verschieben dürfen ohne Steuern zu zahlen, auch wenn es sich bei der Soforthilfe eben nicht um eine lebenserhaltende Maßnahme für Kleinbetriebe und Einzelselbständige handelt, sondern nur um eine symbolische Geste, mit der demokratisches Handeln demonstriert werden soll. Wie soll man dem Dauerslogan "Zusammenhalten", den die regierungsfinanzierten Fernsehsender verbreiten, noch folgen, wenn sich in Deutschland keine Wende in echtes Gemeinwohldenken bei den Reichen und Mächtigen vollzieht? Diese Leute sind dafür verantwortlich, dass die Unzufriedenheit der Bevölkerung  ein Ausmaß erreicht hat, welches sich in wenig intelligenten, wütenden und hasserfüllten Gewaltwünschen äußert. Die Corona-Krise hat die seit Jahren stattfindende Auflösung demokratischer Rechte und den Abbau sozialstaatlicher Grundprinzipien nur verschärft. Jetzt tritt deutlicher zu Tage, was politisch seit Jahrzehnten versäumt wurde.

10.05.2020 Unsere Recherchen in der Gemeinde Schauenburg ergeben: In allen Ortsteilen richten die SPD-Mitglieder der Verwaltung großen sozialen Schaden an, indem sie per Dekret immer wieder rechtswidrig Bürger*innenrechte verletzen. Sie werden durch ihre Partei gedeckt und fühlen sich deshalb sicher. Demokratie und das Selbstverständnis grundgesetzlicher Vorgaben sind in den letzten Jahren immer häufiger schwer verletzt worden. Daran hat auch die sogenannte "Offensive Schauenburg" nichts geändert, denn auch diese besteht nur aus SPD-Mitgliedern, die sich gegen die in dieser Partei üblichen pervers-narzisstischen Spaltungsmethoden, die innerhalb des Parteiensystems von oben nach unten durchgesetzt werden, nicht wehren. Die zunehmende Verrohung und die Haltung, dass eine zunehmende Unmenschlichkeit und Hartherzigkeit politisch erlaubt sei, richten das Parteiensystem im Sinne einer faschistoiden Allmachtsvorstellung aus, eine Haltung, die sich auch im Vorfeld der Naziherrschaft massiv ausgebreitet hat. Wir sammeln jetzt schriftliche Beiträge für ein Schwarzbuch Schauenburg. Bitte schreiben Sie uns per Email: dasSalzderErde@web.de Wenn Sie einen Fall dort einbringen wollen, brauchen wir eine Sachbeschreibung und Beweiskopien als Datei, auch mögliche Gerichtsurteile und Ihre Unterschrift, dass Sie mit der Veröffentlichung Ihrer Daten einverstanden sind. Diese Unterlagen werden nach einer redaktionellen und rechtlichen Prüfung als Ihr Beitrag mitveröffentlicht. Dies kann, je nach Ihren Angaben, unter Ihrem Pseudonym oder mit Ihrer Namensangabe erfolgen. Wir gehören keiner (!) Partei an, setzen uns aber dafür ein, dass die Demokratie in deutschen Städten und Gemeinden wieder eingeführt und Gemeinschaftlichkeit ohne Machtmissbrauch wieder möglich wird. Denn eine sehr große Zahl von Menschen würde sich gerne mehr engagieren, wenn sie von den Missbrauchsstrukturen der Machthabenden unbehelligt arbeiten könnten.

08.05.2020 Heute vor 75 Jahren war der 2. Weltkrieg in Deutschland zu Ende. Was haben wir als Land daraus gelernt, dass die perverse Spaltung in Rasse- und Untermenschen so viele Millionen Menschenleben gekostet hat? Wir haben aus unserer Sicht nichts daraus gelernt! Denn weiterhin rutscht Deutschland immer tiefer in das institutionalisierte, politisch geförderte Spaltungsverhalten. Ein Jens Spahn verkauft uns Sozialverhalten, will aber Leuten, die über 45 Jahre Rentenbeiträge zahlten trotz Grundrente nur an Leute zahlen, die 45 Jahre das Durchschnittseinkommen verdient haben. Wieder sind es die schlecht bezahlten Arbeitskräfte, die in der Sozialhilfe landen, auch wenn sie dem Staat so lange treu Rentenbeiträge zahlten. Skrupellos wird von ihm das Krankenkassensystem so manipuliert, dass ärmere Mitbürger*innen erst nach Zusatzzahlung von über 100 Euro pro Jahr von den Rezeptgebühren befreit werden. Sein Gelaber im Fernsehen schlägt den Menschen ins Gesicht.
Und in den Gemeinden des Landes wird es zur Selbstverständlichkeit, dass man die Bürger*innen belügt, pervers abzockt und betrügt. Da besteht in der Gemeinde Schauenburg mit Hilfe von falschen Angaben die Sachbearbeiterin Schweinebraten auf so kranken Behauptungen, z.B., dass Essensreste in einem Gully entsorgt wurden, und wird dann durch den zuständigen Bürgermeister mit angeblichen Zeugenaussagen bestätigt ohne die Tatsachen zu überprüfen. Solange solche Verhaltensweisen, die heute wissenschaftlich als instutionalisierte Gewalt bezeichnet werden, in Deutschland ungestraft bleiben und dadurch gefördert werden, wird die Zunahme dieses perversen Spaltungsverhaltens von Jüngeren übernommen und für richtig gehalten. Dadurch entsteht eine Atmosphäre der Böswilligkeit, des Mobbing und bewirkt letztlich die Zerstörung eines sozialen Miteinanders. Je knapper die Ressourcen werden, vor allem durch die Folgen des Lock-Down durch den Corona-Virus, je gewaltbereiter werden alle die werden, die zu den Verlierern der Krise gehören. Wenn diese dann noch von Verwaltungen und offiziellen Stellen pervertiertes, menschenverachtendes Verhalten ertragen müssen,  werden sich viele zu Gewalthandlungen verleiten lassen oder die Partei wählen, die als Moloch gilt, aber gerade für ein besseres Rentensystem plädiert hat. Wer also über die Zunahme von Gewaltdelikten klagt, sollte sein Verhalten endlich ernsthaft nach dem Grundgesetz ausrichten und zur Menschenwürde für alle, nicht nur für Parteimitglieder zurückkehren.

21.03.2020 Die Medien sind voll von Warnmeldungen wegen des Coronavirus. In unserem Umfeld steigt die Angst. Wer jetzt zu viel Fernsehen schaut, wird von einer Massenpanik infiziert, die den gesunden Menschenverstand benebelt. Natürlich ist es sinnvoll sich durch Händewaschen und Distanzhalten zu schützen. Aber wer nicht infiziert ist, sollte doch die Gelegenheit nutzen in die Natur zu gehen, den Pflanzen beim Wachsen zuschauen und die Frühlingssonne genießen. Wer ständig im Ausnahmemodus lebt, verliert leicht den gesunden Menschenverstand, weil nur noch die Notfallprogramme im Gehirn funktionieren und kreative Lösungen eben doch nur mit Hilfe eines aktiven Vorderhirns produziert werden können. Das regelmäßige Aktivieren von Angst und Ohnmachtsgefühlen hilft hier einfach nicht! Das Immunsystem funktioniert am Besten, wenn die Menschen sich sicher und geborgen fühlen. (Steven Porges: Die Polyvagaltheorie. Christian Schubert: Psychoneuroimmunologie.) Lasst uns dafür sorgen!

02.03.2020 Gründung eines Vereins in Kassel: Die Initiativgruppe trifft sich intern und läd dann öffentlich zu einem Initiativkreis ein, in dem schon von Anfang an zu merken ist, dass sich bestimmte Mitglieder gegenseitig loben und unterstützen, während andere nicht in derselben Weise Punktänderungen in der Satzung vorschlagen können. Der Vorschlag der Satzung den folgenden Passus einzufügen wird wochenlang nicht auf die Tagesordnung gesetzt, dann im kleinen Kreis rigide und aggressiv abgebügelt ohne ihn ernsthaft zu diskutieren: "Vorstand und Geschäftsführung dürfen nicht mehrheitlich von den Mitgliedern einer politischen Partei besetzt werden, um Machtmissbrauch zu verhindern." Die auftretende massive aggessive Abwehr lässt nur einen möglichen Grund zu: Die Beteiligten sind fast alle Mitglieder der machthabenden Partei. Es fällt auch auf, dass immer neue Mitstreiter ins Feld der Vorbereitungen geschickt werden, wenn die Beteiligung schwächelt. Wer hat entschieden gerade diese Personen einzuladen? Tatsache ist, dass die Mitglieder von Parteien ihre Zugehörigkeit in der Regel geheim halten, damit sie für die Partei auf der Basis unerkannt handeln und sich gegenseitig Machtansprüche sichern können. Wenn diese Zugehörigkeit deshalb unerkannt bleibt, ist die demokratische und gleichberechtigte Zusammenarbeit von Bürger*innen gefährdet. Diversität ist nur möglich, wenn grundgesetzlich verankerte Rechte schon bei Vereinsgründungen abgesichert werden.  Im vorliegenden Fall wurde der vorgeschlagene Punkt anscheinend im Hintergrund des Initiativkreises von Parteimitgliedern diskutiert und absichtlich aus der Tagesordnung heraus gehalten, weil er einen wunden Punkt im doppelbödig gewordenen Demokratieverständnis berührt.

22.02.2020 Über alle Medien verteilt fällt uns die infame und sachlich falsche Hetze gegen Homöopathie und Heilpraktiker*innen auf. Da wird von "Fachleuten" behauptet Heilpraktiker*innen verschreiben Homöopathie als einzige Medikation bei schweren Schilddrüsenerkankungen wie Hashimoto. Als langjährige Leiterin einer Schilddrüsenselbsthilfegruppe weiß die Heilpraktikerin Regula Rickert aus Kassel, dass dies nie von homöopathischen Ärzt*innen und Heilpraktiker*innen behauptet wurde. Die genannte Erkrankung ist in den meisten Fällen irreversibel, die Einnahme von Thyroxin unvermeidbar, weil der Mensch es für viele Lebensfunktionen unbedingt braucht. Wahr ist aber auch, dass die auftretenden Nebenerkrankungen von Hashimoto die Lebensqualität der Betroffenen sehr einschränken können, auch wenn sie die vom Arzt verschriebene Dosis regelmäßig über Jahre einnehmen und kontrollieren lassen. Gegen diese Nebenerkrankungen des Darms, der Haut, des Kräftehaushalts und der Psyche hilft bei manchen Patient*innen Homöopathie. So differenziert will die Ärztelobby und die Politik den Einsatz von Homöopathie aber nicht betrachten und startet ein bewusst geplantes aggressives und verlogenes Programm gegen die Profession, die auch Fachärzte für Homöopathie erfolgreich einsetzen. Angebliche Studien werden einseitig erhoben und demolieren durch bewusste Falschinformation die Wahrnehmung und das Erleben der Bevölkerung. In Kassel fragen jetzt ständig Betroffene in der Selbsthilfegruppe an, ob sie ihre homöopathischen Mittel jetzt noch bekommen können. Noch aber sind sie nicht verboten, geplant ist jedoch ihre Entfernung aus dem Kassenleistungskatalog, so wie auch die Aktupunktur gegen Schmerzen in Gelenken erst nachmehr als sechs Monaten verschrieben werden darf, eh sie von der gesundheitsschädlichen medikamentösen Dauertherapie auf Aktupunktur umsteigen dürfen. Die Einsparungen gehen auf Kosten der Erkrankten, vor allem aber auf Kosten des ärmeren Teils der Bevölkerung, die sich die Privatfinanzierung nicht leisten können. Solche Kampagnen des rein auf radikale Kosteneinsparung ausgerichteten Missbrauchs politischer Macht schüren die Frustration und den Hass in der Bevölkerung, dies zu einer Zeit, in der gerade die Mächtigen endlich einsehen müssten, dass sie zum Wohl des Volkes arbeiten müssten, um den weiteren Anstieg von Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft zu verhindern. Solange die Politik die Spaltung der Bevölkerung in arm und reich in allen Lebensbereichen vorantreibt, wird es zu immer neuen Gewaltexzessen der Benachteiligten kommen. Tragisch, dass gerade die Politiker*innen für die Opfer von Hanau lautstark eintreten, die die Spaltung der Gesellschaft bewusst weiter vorantreiben.

13.02.2020 Im benachbarten Thüringen zeigt sich symptomatisch der Ausverkauf der Parteiendemokratie. Mit den dort gewählten Mehrheiten der Linken und der AFD darf die CDU laut Parteibeschluss keine Koalitionen eingehen. Längst haben sich die Wähler*innen von den für das Kapital und gegen die Bürger*innen agierenden Parteien abgewendet. Nun versucht die dekadent gewordene Herrscherelite mit übelsten Beschimpfungen und lautstarken Demokratiebekundungen ihre Macht aufrecht zu erhalten, denn ihnen gehören auch die Medien. Für sie wird bei Maischberger die Politik-Geld-Elite zum öffentlichen Gespäch gebeten. Echte Demokratie aber zeigt sich von Regierungsseite her schon lange nicht mehr. Denn die Chancen der Mehrheit auf ein menschenwürdiges Altwerden mit einer Rente, die zum Leben reicht, werden immer geringer, weil sich der neoliberale deutsche Kapitalismus gegen ausreichende Löhne und die Ausbeutung der Bürger*innen zugunsten weniger Reicher entschieden hat. ARD und ZDF treiben wider jedes Recht bei Umzügen die Rundfunkgebühr doppelt ein, zahlen ungestraft zu viel gezahlte Beiträge nicht zurück und reagieren auch auf Einschreiben einfach nicht. Dies hat Methode und ist von den Regierenden so gewollt. Die Sachbearbeiter*innen sind alle Mitglieder der beiden (noch) größten Parteien. Sie müssen als Beamte keine Strafen für ihr Verhalten fürchten. Und genauso handeln Hartz4- und Sozialhilfebehörden. Mehr und mehr werden die Grundrechte der Bürger*innen aufgeweicht und missachtet. Dieser Weg, der seit Jahrzehnten beschritten worden ist und eben nicht gleiche Rechte für alle Bürger*innen vorsieht, kennt keine Gnade, kein Einlenken, sondern nur die Entlastung der Reichen z.B. durch eine Verhinderung der Finanztransaktionssteuer.
Möglicherweise ist es schon viel zu spät dafür das Vertrauen der Bevölkerung noch zurück zu gewinnen. Schließlich haben sich alle Versprechungen dieser Schickeria als verlogen erwiesen. Deshalb wählen nun immer mehr Leute Parteien, die noch nicht an der Macht waren. Kleine Parallele zum Abgleich: Die junge deutsche Demokratie war nach dem 1. Weltkrieg in verschärfter Form mit der zunehmenden Verarmung der Arbeiter konfrontiert: Gewählt wurden dann die Kommunisten und die Nazipartei. Eine konservative Mitte hatte sich als Mitverursacher der Situation erwiesen. Als Hitler an die Macht kam, verfolgte er zuerst die Kommunisten erbarmungslos, um sie politisch auszuschalten, was ihm gelang. Erst danach schuf er sein neues, rassistisch geprägtes Feindbild gegen die Juden, welches er mit großem propagandistischem Aufgebot durchsetzte. Schafft jetzt die CDU auch noch die Parteiendemokratie ab, indem sie so lange Neuwahlen verordnet bis sie ihren Willen und ihre Propaganda durchsetzt? Wir verstehen die Bürger*innen in Thüringen, wenn sie jetzt erst recht und noch einmal die Parteien wählen, die ihnen noch eine geringe Hoffnung auf positive Veränderungen im Land versprechen. Wenn der faschistoide Wind aus dem Lager der Kapitalmächtigen bläßt, die mit denselben Schimpftiraden gegen die Linke und die AFD schreien wie die, die sie ausgrenzen wollen, dann zeigen sie ihr verstecktes dreckiges Gesicht. So verlieren sie ganz sicher nur noch weitere Wähler*innen. Deutschland Perversiland magst ruhig sein - magst ruhig sein ....

31.01.2020 Wo waren die Anständigen? Das fragen die überlebenden Jüdinnen und Juden bis heute, wenn es um die Nazizeit geht. Sicher gab es welche. Aber eben nicht so viele, dass der Völkermord in Deutschland verhindert oder gestoppt wurde. Es war und ist die perverse Spaltung zwischem wertem und unwertem Leben, die die Ausübung von Macht über die Menschlichkeit stellt. Warum, so sollte sich Deutschland fragen, sind wir wieder dabei zu einem rücksichtslosen Land des perversen Machtmissbrauchs zu werden? Wo sind die Anständigen?

27.01.2020 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Befreit wurden 8000 Menschen, darunter viele Kinder. Eine unvorstellbare Menge von über 1 Million Menschen, überwiegend Juden, wurden hier in schrecklichster Weise systematisch ermordet. Wie kam es zu solch einem menschenverachtenden Verbrechen??? Ultrakurz zusammengefasst: Das durch den 1. Weltkrieg und die darauf folgende extreme Armut großer Bevölkerungsanteile desolat gewordene Deutschland suchte verzweifelt nach Lösungen für die unhaltbar gewordenen Unterschiede zwischen den wenigen reichen Missbrauchsherrschern und der ausgebeuteten Bevölkerung. Auch mussten ungeheure Summen an Reparationszahlungen für die Siegermächte des Weltkrieges aufgebracht werden. In dieser Leerstelle trat Hitler als charismatische Figur und Retter der Massen auf. Er wollte Deutschlands Macht und Ansehen mit brutaler Gewalt wiederherstellen. Und da so viele Arbeiter arbeitslos waren und hungerten, wendeten sie sich seiner Ideologie zu, fanden Aufgaben und persönliche Anerkennung. Und dann brauchte Hitler Geld. Der schon vorher über Jahrhunderte verbreitete Antisemitismus und die Möglichkeit das Kapital reicher Juden für das 3. Reich zu konfiszieren bot ihm eine Chance auf Erfolg, der sich in einer aberwitzigen Spaltung der Gesellschaft in Rasse- und Untermenschen äußerte, und der ein Großteil der Bevölkerung folgte, um den aufgestauten Hass und das fehlende Gemeinschaftsbewusstsein zu kanalisieren und zu kompensieren. Nach dem 2. Weltkrieg sehnten sich die Übriggebliebenen nach Frieden und der Erfüllung grundlegender Lebensbedürfnisse. Dafür waren sie bereit zu schweigen, die alten Nazis als Richter und Lehrer wieder einzusetzen und im Dienste des Wiederaufbaus eine gerechtere demokratische Rechts- und  Wirtschaftsordnung zu unterstützen. Was aber ist aus dieser deutschen Demokratie geworden? Warum konnte oder wollte sie die erneute, systematisch sich vergrößernde Schere zwischen arm und reich nicht stoppen? Warum wird das Grundgesetz an immer mehr Stellen systematisch aufgeweicht, z.B. bei der die Rundfunkzwangsgebühr und Hartz4, die den Hass der armen Bevölkerungsschichten vergrößern? Warum können Politiker*innen, die aus einfachen Verhältnissen stammen, keine Minister- und Kanzlerämter mehr erlangen? Warum regiert uns wieder das politisch mächtige Finanzkapital, welches auf die Ausbeutung und Spaltung der Gesellschaft nicht verzichten will?
Ist die perverse Spaltung der Gesellschaft überhaupt grundsätzlich zu stoppen? Oder ist sie Teil einer Entwicklung, die jede Gesellschaft durchläuft und deren Negativentwicklung wir mangels Gemeinwohlorientierung nicht stoppen können oder wollen? Die Demokratie jedenfalls konnte diese Negativentwicklung bisher nicht aufhalten. Die deutsche Gesellschaft ist von Lippenbekenntnissen, pervers-narzisstischer Spaltung und mangelndem Gemeinschaftssinn gepägt. Und diese Entwicklung wird nicht allein von der Bevölkerung geschaffen, die zum Schlimmen schweigt, sondern wesentlich von denen, die über Jahrzehnte unser Land regierten und die unhaltbaren Verhältnisse schufen, die sich trotz der verlogenen Appelle der Finanzmächtigen immer weiter verschärfen. Als einziges reiches Land in Europa grenzen wir eine zunehmende Zahl von Rentner*innen und Kindern von der Teilhabe am Gemeinschaftsleben aus und schaffen mit einem riesigen Niedriglohnsektor Verhältnisse, die eine zunehmende Zahl von Menschen auf Altersarmut vorprogrammieren. Wir haben aus Auschwitz in 75 Jahren leider wohl viel zu wenig gelernt. Dies aber wird heute sicher bei keiner Gedenkfeier ausgesprochen werden, weil es so unfassbar schlimm ist und einen neuen Holocaust einleiten könnte, selbst wenn es diesmal vielleicht andere "Ausländer" trifft. Das aber dürfen die Massen nicht erfahren, denn sonst müsste das Kapital einlenken. Schließlich liegt die Medienmacht mehr denn je in der Hand der Superreichen.

26.01.2020 Die kapitalitische Ökonomisierung nimmt in Deutschland immer bizzarere Formen an: Seit Einführung der Fallpauschale  betrachten Krankenhäuser Patienten nur noch unter dem Gesichtspunkt des minimalen Aufwandes für möglichst hohe Renditen in der Führungsetage, Personaleinsparungen, Privatisierungen, Ablehnung von Notfallpatient*innen, ungesundes Essen, fabrikähnliche Abfertigung in möglichst hohem Tempo. Der Mensch wird zur Ware, er darf nur noch Profit abwerfen. So ist es auch bei der unsäglich erniedrigenden Grundrentendebatte, die Teile der extrem ungerechten Rentenreform wieder gut machen sollte. Entscheiden werden hier die abgesicherten, keine Steuern zahlenden Minister*innen, die sich selbst immer höhere Gehälter verordnen und in den Aufsichtsräten zusätzlich horrende Gelder einstreichen. Sie haben längst den Kontakt zur Mehrheit der Bevölkerung verloren, schleusen die Kinder des Finanzkapitals in die Ministerposten, um die Kapitalismusschraube immer stärker anzuziehen. Längst sind sie sich einig, dass die zahlreichen Rentner*innen und Langzeitkranken so kurz wie möglich zu halten sind. Wer heute Minister*in ist, entstammt dem mächtigen Finanzkapital und wird mit verlogenen Worten das Volk um seine demokratischen Rechte betrügen. Und diese Leute glauben wirklich das ihr Verhalten keine Folgen hat? Solange hier keine grundlegende Wende für ein gutes Leben für alle in Deutschland Lebenden stattfindet, werden Gewalt und Neo-Nazissmus steigen, der stille Protest gegen das kapitalistische Regime, weil sich die Deutschen eben nicht, wie die Franzosen, solidarisch füreinander einsetzen und auf die Straße gehen.

04.01.2019
Interessantes Interview mit dem Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk. Hier nimmt er im Rahmen seiner Leipziger Ausstellung
"1937 – 2017: Von Entarteter Kunst zu Entstellter Kunst" auch zum Standortwechsel des "Obelisken" in Kassel Stellung: "Grundsätzlich mag ich den Gedanken eines reisenden Monuments. Doch dieser Obelisk hat sich bewegt, weil es ihm nicht erlaubt war, zu bleiben, wo er war. Das war ein Machtspiel der Stadt Kassel, die unter dem Deckmantel einer demokratischen Diskussion deutlich machen wollte, dass sie eigene Bedingungen diktieren kann. ... Dahinter stehen politische Entscheidungen, die darauf zurückzuführen sind, dass niemand Verantwortung übernehmen und sich klar für den Obelisken aussprechen wollte. Viele Dinge zum Ende der Documenta 14 wurden politisch zu riskant für die Parteien, die zum damaligen Zeitpunkt um Wählerstimmen gekämpft haben ... Es gab einige Arbeiten in der Documenta 14, die die axialen Beziehungen in diesem Sinne aufgelöst haben, angefangen bei der Umbenennung der Holländischen Straße in Halit-Straße in Form einer Intervention auf der Ausstellungskarte von Rick Lowe. Den Obelisken auf der Treppenstraße zu installieren gleicht einer Entwaffnung des aktiven Monuments. Es hat nicht mehr die Kraft, Menschen zum Nachdenken zu bringen. Nun ist es ein Objekt auf der Promenade." Regula hatte ja schon 2017/18 für den grünen Stadtbaurat das Problem der Axialisierung des Obelisken auf der Treppenstr. als eines der Umdeutung vom dezentralen Gegenmachtsobjekt zum alten Machtsymbol der Eliten beschrieben. Nur steht so etwas halt nicht in der Zeitung, weil diese Umdeutung die Mächtigen der Stadt demaskieren würde. Armes, missbrauchsmächtiges Kassel! https://www.monopol-magazin.de/interview-adam-szymczyk?fbclid=IwAR0Clpb6PSbonRvAPvrdjeDYPsE-07ViWlxyTJRbwLJbuPS_PalcG_reEos

08.11.2019 Von Karl-Heinz Rosen wurden wir auf Prof. Wilhelm Heitmeyer hingewiesen, der in einem Artikel in der Süddeutschen schon im Oktober 2017 darauf hinweist, dass die Ursachen des extremen Rechtsrucks in Deutschland in der Angst, Wut und Ohnmacht der Bürger*innen begründet sind, die unsere Regierung durch die radikale Unterstützung eines "neoliberal globalisierten Kapitalismus" und seinen  Denkmustern unterstützt. Die von den regierenden Parteien systematisch und autoritär betriebene Beschneidung der Grundversorgung von Minderheiten, Hartz IV-Empfänger*innen und Rentner*innen bezeichnet Heitmeyer als "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit". Der einzige Weg die Verursacher*innen von Alters- und Kinderarmut zu begrenzen, wird von den sozial Ausgegrenzten in einer neuen Partei gesehen, die sich als "Alternative" anbietet und Fremdenfeindlichkeit (Ressourcenneid) kanalisiert. Wer dieser Entwicklung wirklich stoppen will, der muss die Ursachen bekämpfen, sozialen Zusammenhalt, Mitmenschlichkeit und die Werte des Grundgesetzes  wieder einführen. Denn jedem denkenden Menschen fällt auf, dass die Rechtsprechung bis ins Bundesverfassungsgericht hinein diese Werte torpediert. Wer so handelt, initiiert und fördert eine Hassgesellschaft, in der Werte zunehmend aufgegeben werden. Aber das wollen unsere Minister*innen und Abgeordneten ja nicht hören! Dass Deutschland als eines der reichsten Länder Europas diesen Weg zum wiederholten Mal in dieser die Demokratie konterkarrierenden Weise geht, ist tragisch! Es zeigt, dass das hier ansässige Kapital sich aktiv und über Jahrzehnte systematisch in der Politik durchgesetzt und den Abbau der Demokratie betrieben hat. Es weist einiges darauf hin, dass die Minister*innen der "Volksparteien" ihre Posten nur dann innehaben können, wenn sie selbst zur Geldelite gehören und die neoliberale Kapitalismuskralle weiter zum Nachteil der Bevölkerung festziehen.
In Kassel können wir seit 30 Jahren diese gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in der Lokalpolitik beobachten: Im Kultursektor dürfen an Ausstellungen auch auf den Teilhabeleveln des Kunst- und Kulturrundgangs und des Atelierrundgangs, auch in den Galerien nur Künstler*innen mit Parteibuch oder deren Freund*innen ausstellen. Nur diese erhalten Ausstellungsmöglichkeiten, werden gefördert und mit Preisen bedacht, werden mit Artikeln in der Lokalzeitung belohnt und erhalten höhere Positionen in der Uni und in der Stadtverwaltung. Der soziale Zusammenhalt, "ein gutes Leben für Alle" wird zwar propagiert, aber durch systematische Ausschlusspolitik konterkarriert. Da helfen auch keine Anfragen, denn Lüge und Kontaktverweigerung sind systematisiert. In Gründungsinitiativen sind grundsätzlich SPD-Mitglieder etabliert, die sich gegenseitig unterstützen, um Nichtparteimitgliedern den Zugang zu erschweren und für einen SPD-Vorstand in zu gründenden Vereinen zu sorgen. Die seltenen Ausnahmen werden durch Schweigen und Ausschluss von Fördermitteln und Veröffentlichung eliminiert. Selbst vor Rechtsverletzungen scheut man sich nicht, wie der Umgang der Stadt und der Uni mit dem Huttenplatzprojekt zeigt. Wann, so fragen wir, werden diese Parteiler zu demokratischen, gesunden Teilhabestrukturen zurückfinden? Wir jedenfalls sehen hier nicht die geringste Chance auf Veränderung für ein "Gutes Leben für alle" Bürger*innen dieser Stadt!
(Trotzdem hinzugehen und die Ausgrenzungspolitik im Einzelfall über Jahre zu dokumentieren ist das Einzige, was wir machen können, um dem Sog der Medienverlogenheit zu entgehen und Realität zu erleben. Dies verhindert möglicherweise, dass man sich radikalisiert und der Verführung in Richtung Rechtslastigkeit erliegt.)

06.11.2019 
K. Rosen zum
*Spiegel-Interview*: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/verfassungsgericht-zu-hartz-sanktionen-christoph-butterwegge-im-interview-a-1295048.html
von Herrn Prof. Butterwegge finde ich drei Hinweise gut.
Den Hinweis auf staatliche Förderung von Personen ohne Bedürftigkeitsprüfung in anderen Bereichen. "Jeder Lehrer weiß, dass positive Anreize wirksamer sind als negative. Bei den *Kaufprämien für das E-Auto *macht man das doch auch so -
übrigens ohne Bedürftigkeitsprüfung, selbst bei Nobelkarossen."
Den Hinweis auf*"Sozialneid nach unten"*. Welche Parteien und Milieus schüren diesen Neid, um was durchzusetzen?
Das fing mit den Erwerbslosen an und hat sich dann in Richtung Zuwanderung nach Rechts "verselbstständigt". Der Boden für eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (Wilhelm Heitmeyer) war da schon vorhanden aber politisch wurde es mit Hartz es ideologisch von ober her legitimiert.

12.08.2019 Bei heutigen Plenum der Gemeinwohlökonomie in Kassel, einer Gruppe von Menschen, die sich mit Christian Felbers Gemeinwohl-Matrix befasst, kam die Idee auf eine GWÖ-Projektgruppe für die documenta 15 zu gründen. Wir möchten die documenta-Leitungsgruppe Ruangrupa ansprechen, ob wir dort willkommen sind. Die Gemeinwohl-Matrix berät Unternehmen, eine Stadt oder Einzelpersonen bei der Erstellung einer Gemeinwohlbilanz, um die eigenen Stärken zu erkennen und Schwächen in Bezug auf Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz auszugleichen, bzw. Vorschläge zu erarbeiten, wie eine Gruppe hier einen gemeinsamen Weg gehen kann, um das bestehende Wirtschaftssystem langfristig in Richtung Gemeinwohl-Werte mit Entwicklungspotential umzuwandeln. Wir können uns vorstellen hier eine Projektarbeit und ein Kunstprojekt für die d15 zu initiieren, die weitere Kreise in alle möglichen Richtungen ziehen darf. Wer sich hier einklinken möchte, melde sich gerne bei area@neue-galerie.net .

06.08.2019 Wieder einmal auf der Suche nach ehrlichen demokratischen Strukturen in Kassel: Gestern wurde von Transition Kirchditmold einer der ersten Trasition-Town-Filme von 2010 gezeigt. Es waren doch immerhin 20 Leute der Einladung gefolgt. Bei der anschließenden  Diskussion durfte Kritisches nicht besprochen werden. Vielmehr sollten wir gläubig nicken und ausschließlich Positivbeiträge waren willkommen. So beginnen perverse Spaltungen der SPD immer. Der Einwurf, auch wenn er nur als Frage formuliert ist, ob denn auch hier in den vielen Initiativen und angeschlossenen Vereinen auch überall die Vorstände der SPD angehören, ist natürlich nicht erlaubt. Ein guter Freund, der auch anwesend war, sagte hinterher: Das hören die hier nicht gerne, weil die SPD in allen Vereinen in Nordhessen nach der Macht greift und alles wegbeißt, was der Partei nicht angehört. Tatsache ist: Die Stadt-SPD hat auch Transition-Town Kassel unter Kontrolle. Solange man blind für sie arbeitet, ist man willkommen, dies aber nur, wenn man sich auch demütigen und degradieren lässt. Die von der Transition-Bewegung angestrebte Teilhabe wurde auf dem öffentlichen Gelände des Huttenplatzes von SPD-Angehörigen der Stadt und der Uni vollständig zerstört. Auch dieses Jahr wurde das Ministerium über die Vorgänge informiert. Mit einer Lösung des Politproblems können wir wohl aber nach fast 7 Jahren nicht rechnen.

18.06.2019 Angesichts des offensichtlich rechtsextremistisch motivierten Mordes an Walter Lübke im Landkreis von Kassel muss die Frage auftauchen, warum wir in Deutschland seit vielen Jahren in breiten Bevölkerungschichten eine immer stärker werdene Rechtslastigkeit zu verzeichnen haben. Wie kommt es, dass wir trotz der furchtbaren Geschichte des Holocaust, den besonders die ab 1865 geborenen Bevölkerungsteile durch ihre passive Komplitzenschaft und politische Inaktivität unterstützt haben, aus der Geschichte nichts gelernt haben??? Wie kommt es, dass wir wieder zu einem Land geworden sind, welches Duckmäusertum und Vetternwirtschaft - man könnte auch sagen die narzisstische Spaltung der Bevölkerung in anerkannte Mächtige und erniedrigte Arbeitsbedingungen Erduldende ohne Rentenauskommen - bewusst einführt, fördert und seit Jahrzehnten zementiert? Wie kommt es, dass bei den Mächtigen kein Reflexionsprozess einsetzt, um dieser Entwicklung, die aus meiner Sicht den Extremismus mitgeschaffen hat, möglichweise sogar verursacht, ein Ende zu bereiten? Natürlich sind hier zunächst die Täter zu bestrafen! Wenn aber die Notwendigkeit einer grundlegenden Aufhebung der Spaltung zwischen großen Teilen der Bevölkerung, deren Grundrechte faktisch nicht mehr vertreten werden, und den ihre Macht missbrauchenden großen Parteien kein Ende nimmt, dann wird diese Entwicklung sich fortsetzen. Der Missbrauch unserer Demokratie, die eben nicht mehr die Interessen der gesamten Bevölkerung vertritt, das Schweigen großer Teile der Bevölkerung zu dieser Schieflage und die Verleugnung der Realität (etwa, dass im Osten von Deutschland der Rechtsruck so stark sein könnte, weil diese Teile von Deutschland deutlich ärmer sind und dort weniger Berufschancen bestehen, was den "Fremdenhass" schürt.) sind es, die zu rechtsextremistischen Entwicklungen wesentlich beitragen. Aber diese Zusammenhänge aufzudecken wurde den fest in den Händen des Kapitals liegenden Medien verboten. Ja, wir gedenken der Opfer des Holocaust, des NSU und nun des Todes von Walter Lübke. Aber werden wir wirklich etwas tun, um dieser Entwicklung in Deutschland Einhalt zu gebieten? Oder setzen wir fort, was Berthold Brecht 1933 in seinem Gedicht beschrieb?
 
Oh Deutschland, bleiche Mutter!
Wie sitzest du besudelt
Unter den Völkern.
Unter den Befleckten
Fällst du auf.
Hörend die Reden,
Die aus deinem Hause
dringen, lacht man.
Aber wer dich sieht,
Der greift nach dem Messer.

Wollen wir das?

28.05.2019 Die Europawahl liegt hinter uns. Wie erwartet, haben auch in Kassel die beiden großen Parteien, voran die SPD sehr sehr viele Stimmen verloren. Es spricht sich langsam herum, welche das Gemeinwohl schädigende Verhalten diese Parteien sich zum Maßstab gemacht haben. Aber sie zeigen keine Reue, ihre einzige Frage besteht darin, wie sie auf möglichst geschickte Weise ihre Macht zurückerlangen können. Die Grundlage, eine ehrliche demokratische Grundhaltung ohne die seit Jahrzehnten praktizierte extreme Veternwirtschaft, ziehen diese Leute jetzt immer noch nicht in Erwägung. Warum? Ist den Machthaber*innen ihr Verhalten nicht klar? Fehlt ihnen die soziale und moralische Intelligenz? Warum sonst sollten sie weiterhin die Welt einteilen in menschenwürdig zu behandelnde Parteimitglieder und auszugrenzende, anzulügende und zu entwürdigende Andere. Solange in Kassel und anderswo nicht die Fähigkeiten von Menschen unabhängig von ihrem Parteibuch hochgehalten werden, wird sich die gesellschaftliche Dekadenz, die narzisstische Doppelbödigkeit weiter in Richtung Aggressionsaufbau und Gesellschaftszerstörung entwickeln. Die der rechten Szene eigene Spaltung hat längst das Innerste der großen Parteien erfasst und wird nicht nur Deutschland schaden, sondern auch der EU, in der unser Land zunehmend an Achtung verliert. Dabei wäre es so einfach, zur Mitmenschlichkeit, zur Chancengleichheit und zur Demokratie zurückzukehren.

28.02.2019
Dorothea Ebert und Michael Proksch beschreinen in ihrem Buch "Und plötzlich waren wir Verbrecher" (2010) ihr Leben und ihre missglückte Flucht aus der DDR im Jahr 1984. Nach einem Gefängnisaufenthalt wurden sie von der BRD freigekauft und konnten in die BRD ausreisen. Sie beschreiben, wie sie sich engmachig bespitzeln lassen mussten, regelmäßiger perverser staatlicher Gewalt ausgeliefert waren und staatlichen Ausgrenzungsstrategien ausgeliefert waren. Damals war für sie die BRD ein Paradies der demokratischen Freiheit und Teilhabe. Und sicher gab es auch zu dieser Zeit noch weniger staatlich und politisch initiierten Machtmissbrauch im Westen. Heute, 35 Jahre später, in einem vereinten Deutschland zeigt sich aber, dass wir uns systematisch einer Unterhöhlung demokratischer Strukturen, mit der Agenda 2010 einer staatlichen Missbrauchswirtschaft durch Lohndumping, HatzIV und eine absurden Rentenpolitik genähert haben. Innerhalb der staatlichen Strukturen hat eine Geldelite alle Macht an sich gerissen. Kinder und Enkelkinder von Politiker*innen und Superreichen haben unter neuen Nachnamen in Städten und Landesstrukturen das Recht Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen auszugrenzen. Nicht mehr das Können eines Individuums entscheidet über seine berufliche Zukunft, sondern das Parteibuch und das Geld. Dabei tut sich wohl Kassel am deutlichsten hervor. Der über Jahrzehnte geschürte Machtmissbrauch bricht hier mittlerweile auch das Grundgesetz. Die Würde des Menschen ist antastbar geworden und wir bewegen uns, initiiert durch die großen Parteien, systematisch auf neofaschistische Strukturen zu. Die Verantwortlichen haben offensichtlich aus der Geschichte nichts gelernt.

01.02.2019 Heute berichtet die Tageszeitung in Kassel von der Ehrung des Vereinsvorsitzenden Jochen Boczkowski, der den Verein Stolpersteine in Kassel gegründet habe. Herr B. ist SPD-Mitglied und hat in dieser Funktion mit anderen SPD-Mitgliedern einen Verein gegründet, der unserer Initiative Stolpersteine im Herbst 2013 die Aktenordner wegnahm. Diese Leute tauchten auf zwei unserer Treffen auf, nachdem Ingrid Pee und wir einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung durchgesetzt hatten, welches die Verlegung von Stolpersteinen im öffentlichen Raum erlaubte. Kassel war damit eine der letzten Städte in Deutschland, die diesen Beschluss erlaubten. Die Gruppe aus 2 Schülerinnen und anderen Initiativfrauen schaute entsetzt zu, wie am Ende der Sitzung Herr B. die Aktenordner nahm und sagte, dass wir diese jetzt nicht mehr bräuchten. Zur Vereinsgründung wurde keiner von uns eingeladen, weil offensichtlich geplant war, einen weiteren SPD-Verein mit Macht auszustatten und das kulturelle Gedenken ausschließlich in diese Hände zu bringen. Indrid Pee (Grüne) bat damals inständig darum, der Sache nicht nach zu gehen, weil sie sonst die von der Stadt gegebenen Zuschüsse für das Theaterstübchen verlieren würde, wovon sie damals zum Teil lebte. Ein 2 Jahre später von Regula Rickert an den Verein geschriebene Anfrage konnte ihr nicht mehr schaden. Man könne jetzt ja zahlendes Mitglied werden ... Dieser
Jochen Boczkowski wird jetzt für seine "Taten" geehrt. Leider eine weitere Schmierenkommödie der Stadt, die zu jedem nur möglichen Mittel greift, um Bürgerinitiativen in ihre Fänge zu bekommen und ihre politische Macht einseitig zu betonieren. Herr Dehmig, dem die Sache damals auch schriftlich zuging, hat übrigens nie geantwortet. Das hätte ja einen Geldverlust bedeutet ....

25.12.2018 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnt zu Weihnachten vor der Sprachlosigkeit in unserer Gesellschaft. Demokratie baue darauf, dass wir unsere Meinung sagen und für unsere Interessen streiten. Kompromisse einzugehen sei die Stärke der Demokratie. Klingt gut, oder nicht? Schweigen und Hassreden in den sozialen Medien seien für unsere Gesellschaft schädlich. "Aber wer gar nicht spricht und erst recht nicht zuhört, kommt Lösungen kein Stück näher. Sprachlosigkeit heißt Stillstand." "Sprechen Sie mit Menschen, die nicht Ihrer Meinung sind!" ist sein Motto für 2019. Recht hat er ja mit seiner Zustandsbeschreibung, aber sieht er auch auf die Ursachen dieser Entwicklung? Mit unseren Nachbarn, in unseren Arbeitsbeziehungen und im Freundeskreis ist ein offenes Wort längst nicht mehr selbstverständlich. So ist es auch in Kassel. Wir sprachen mit vielen Menschen, die unter dem perversen Schweigen in ihrem Umfeld leiden, welches als Machtinstrument genutzt wird, um Erniedrigungs- und Herabsetzungsszenarien zu schaffen. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen? In Kassel wurde auf politischer Ebene ein System der Ausgrenzung entwickelt, welches einen grundlegenden Unterschied zwischen Parteimitgliedern als zu würdigende und mit Berufschancen versehene versus alle anderen als Untermenschen degradierten und schweigend ausgegrenzten herstellt. Skrupel hatten diese Parteibonzen in den letzten Jahrzehnten nicht, denn sie sind ausschließlich an der Generation von eigener Macht interessiert. Jeder und jede, die das perverse Schweigen brechen und die Ausgrenzungspolitik unterwandern wollen, werden rücksichtslos durch Ausgrenzung zum Schweigen gebracht und erhalten nie wieder ein Zugehörigkeits- und Teilhaberecht. Hat Herr Frank-Walter Steinmeier von dieser Praxis Kenntnis, die unsere Stadt und unser Land immer weiter in die Dekadenz treibt? Die Parteienlandschaft ist durchsetzt mit dieser Art Macht zu erhalten und zu erweitern. Solange Politiker und Wirtschaftsbosse ihr Gebaren nicht ändert, wird sich die Zersetzung von Grundwerten und die fortschreitende Sprachlosigkeit sowie die damit verbundene Zunahme von Gewalt und Depression weiter ausdehnen. Ursache sind die an der Spitze von Wirtschaft, Kultur und Politik stehenden Menschen, die Konkurenz und Vorteilsnahme über Gemeinwohl und Fairness stellen und der Mehrheit der Bevölkerung harte Arbeits- und Lebensbedingungen aufzwingen. 


11.12.2018 In der Tageszeitung wird zu einem Mahnmal für Menschenrechte geschrieben, welches in der Treppenstraße in Kassel für Respekt und Würde leuchten soll. Menschen sollen Begriffe wählen, die aus ihrer Sicht für Menschenwürde stehen. Anlass ist das Jubiläum der Menschenrechte, die am 10.12.1948 begründet wurden. Natürlich treten der Oberbürgermeister und die Patin Sabine Schormann als neue Generaldirektorin der documenta hier offiziell für die Menschenrechte als Grundlage unserer Gesellschaft ein. Wenn sie sich in Kassel aber wirklich für diese einsetzen würden, dann würden nicht in allen von SPD-Mitgliedern beherrschten Parteien Teilhabeausschlüsse stattfinden. In den zu besetzenden Stellen für das Documenta-Institut würden Berufserfahrung und Leistung entscheiden und nicht das Parteibuch. Vor allem höher dotierte Stellen würden auch an Nichtparteimitglieder vergeben werden. Aber das ist nicht der Fall. Wieder also nur ein Lippenbekenntnis, welches niemanden interessiert, weil alle wissen, dass es sowieso nur Propaganda ist. Schade!

11.11.2018 Im nächsten Jahr wird das Kindergeld erhöht und ein so genanntes Familienpacket wird die Familien steuerlich entlasten. Grotesk ist dabei, dass nur die Reichen mit Einkommen von über 70 000 Euro davon wirklich profitieren. Sie werden mindestens 9132 Euro in einem Jahr an Steuern sparen. Wer als Kind in einer Familie mit Grundsicherung aufwächst, erhält noch nicht einmal die 10 Euro zusätzliches Kindergeld, weil diese vom Regelsatz wieder abgezogen werden. Die Schere zwischen arm und reich geht damit deutlich weiter auf. Wer als Kind zusehen muss, wie die Klassenkameraden im Luxus leben, der wird Hass gegen die entwickeln, die immer reicher werden und bessere Startchancen im Leben haben. Das will unsere Regierung so, sonst hätten sie das nicht beschlossen.

31.10.2018 Die Selbstbespiegelung der Parteien nimmt kein Ende. Nach den desaströsen Verlusten der beiden großen Parteien wird mit großem Medienaufgebot auf Metaebenen erklärt, geklagt und nach Schuldigen gesucht. Die Kanzlerin tritt nicht mehr für den Parteivorsitz an. Ach! Und schon schmeißt sich der Mobb auf die möglichen Nachfolger, die ausgiebig diskutiert werden. Das groteske Treiben um die Überhöhung von Politvertretern hat nichts, aber auch gar nichts mit Demokratie und ihrem Einsatz für die Bürger*innen zu tun. Weitere lächerliche Verlogenheiten sind in Bezug auf die Rentenpolitik und die Kinderarmut zu erwarten. Ein grundlegender guter Wille für das Gemeinsame, das Verbindende für alle, welches im Grundgesetz festgeschrieben wurde, wird auch von höchstrichterlicher Stelle nicht mehr vertreten, weil der Neoliberalismus dies so befiehlt. Tragisch: Deutschland braucht für die Zerstörung dieser perversen Szenarien die AFD, weil Selbstbesinnung im bürgerabgewandten Staat schon lange nicht mehr greift. Diese Selbstzerstörungsbewegung schreitet in allen Parteien voran ohne dass den Beteiligten klar ist, was sie da tun. Parteivertreter*innen müssen für ihr zutiefst antidemokratisches Verhalten ja auch keine Verantwortung übernehmen und werden ihre "Führer*innen" weiter Belobhudeln, auch wenn keiner mehr glaubt, was sie reden.

26.10.2018 Am nächsten Sontag ist Landtagswahl in Hessen. Es wird immer schwerer sich für eine Partei zu entscheiden, weil eigentlich alle Parteien (in Kassel jedenfalls) intranspartent und durch Veternwirtschaft geprägt sind. Die Wahlversprechen wurden auch in der Vergangenheit kaum je eingehalten. Ein Brief vom August 2018 an Minister Boris Rhein, der die das Rechtssystem verletzenden Machenschaften der Rechtsabteilung der Uni Kassel thematisiert und konkrete Angaben mit Aktenzeichen macht, wurde natürlich durch seinen Mitarbeiter abschlägig beantwortet. Verantwortung übernehmen diese Parteipolitiker*innen nicht. Möglicherweise hat er das an ihn gerichtete Schreiben gar nicht gelesen.

17.09.2019 Mirl Redmann und Roland Krieg haben in der hiesigen Tageszeitung einen intelligenten Leserbrief zum umstrittenen Standort des Obelisken von Olu Oguibe veröffentlicht (17.09.): "Es ist unverständlich, warum die Schuld für das drohende Scheitern der Verhandlungen um 'das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument' von Politik und Medien fast einhellig beim Künstler gesucht wird. Die Kommunikation des Künstlers war von Anfang an klar und eindeutig. Sein komplexer Kompromissvorschlag, der den Standort des 'Obelisken' an den Standort des documenta.Instituts bindet, wurde von Politik und Medien jedoch auf uns unverständliche Art und Weise verkürzt. Weder ist die Standortfrage des documenta-Instituts verbindlich beantwortet, noch ist Oguibe an irgendeinem Punkt davon abgewichen, dass das Monument jenseits dieses Vorschlages nur in Zusammenhang mit dem Königsplatz gesehen werden kann. ..... Die Vielzahl der vorgeschlagenen 'Alternativstandorte' für den 'Obelisken' hat eins gemein: Es fehlt ein grundlegendes Verständnis für die Komplexität des Kunstwerks oder für den vom Künstler vorgeschlagenen Kompromiss...... " Ja, so möchte man hinzufügen: Diese Komplexität geht in die vereinfachte politische Denke der machthabenden Parteien nicht hinein. Leider ist dies eine Folge der über Jahrzehnte betriebenen Inkompetenz von Politiker*innen, die zeitgenössische Kunst nur als Anlass zur Selbstbespiegelung begreifen. Und letztere funktioniert in Bezug auf den "Obelisken" halt einfach nicht, weil er genau für das steht, was Machtpolitik ablehnt: Die Dezentralisierung von Macht und der Einsatz für Mitmenschlichkeit, auf der unsere Demokratie eigentlich fußen sollte.

01.09.2018 Die Methode der Nordhessischen SPD-Herrschaft: Auf Anfragen wird einfach nicht geantwortet. Demnächst eröffnet wieder eine Ausstellung im hessischen Ziegeleinmuseum in Oberkaufungen. Von uns hatten sich dafür auch Künstler*innen beworben. Aber sie erhielten von Frau Backhaus keine oder absichtlich viel zu späte, pervers gemeinte Antworten, die einer Ablehnung gleichkommen. Stadt und Landkreis sind sich einig, dass sie die Werke von bestimmten parteinahen Kunstpädagog*innen  ausstellen (z.B. Gudrun Hofrichter), andere hochkopetente Künstler*innen aber ausgrenzen. Das wäre als subjektive inkompetente Aktion ja noch zu verstehen, denn es gibt sie nun mal, diese Veternwirtschaft. Dass aber Menschen durch Nichtantwort herabgesetzt oder durch absichtsvolles herablassendes Fehlverhalten degradiert werden, ist nicht hinnehmbar. Denn die Würde des Menschen wird dadurch verletzt. Solches Verhalten führt langfristig zu dem Hass und der Gewalt, die die Parteien in Deutschland seit Jahrzehnten fördern, wenn auf dem Papier von Demokratie und Sozialität die Rede ist, aber im Hintergrund nur dekadentes demokratiefeindliches Verhalten vorherrscht.

29.08.2018 Am 15.8. 2018 starb Gert Hausmann, der in Kassel als Fotograf zwölf Jahre lang zahlreiche Kulturveranstaltungen dokumentierte. Die heutige Anzeige in der lokalen Tageszeitung zeigt die Unterschriften all derer, die die politische Macht in Kassel inne haben und seit Jahrzehnten politische Ausgrenzung von Künstler*innen in Kassel betreiben. Hausmann war Teil dieser "Kulturszene", die sich anmaßt zu wissen, wer dazugehören darf und wer als Kulturschaffender ausgeschlossen ist. Einmal mehr zeigt sich, dass in Kassel Parteien Zweckgemeinschaften zur Protegierung von einzelnen Kulturmacher*innen sind, die akribisch dafür sorgen, dass kein Gemeinwohldenken aufkommt. Demokratisches Denken, die Würde des Menschen, auch seine Berufswürde, sind nicht Ziel dieser Politklasse, die sich von Millionär*innen protegieren lässt. Über die Wirkung solcher verantwortungslosen Haltungen hat keiner dieser Akteure nachgedacht. Sie sind Teil eines Machtmissbrauchssystems, zu dem bei allem Verständnis für seine Person auch Gerd Hausmann gehörte. Trotz seines freundlichen Auftretens hat er sich an der aktiven, schweigenden politischen Ausgrenzung von Künstler*innen in Kassel beteiligt. Tragisch auch, dass ihm in der Zeitung ein ausführlicher Nachruf gewidmet ist, obwohl die für die Kasseler Kunstszene wesentlich verdienstvoller Kunsthistorikerin Doris Krininger, die im Juli starb, kaum Erwähnung fand.  Wie schade!

18.08.2018 Der Friedensnobelpreisträger Kofi Annan ist tot. Er hat sich als Generalsekretär der Vereinten Nationen viele Jahre für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung und für Frieden eingesetzt. Im Kampf gegen Steuerflucht, Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen fand er immer wieder prägende Worte: "Wenn etwas Unrecht ist, dann ist es für alle Unrecht." "Wir haben die Mittel und das Vermögen, unsere Probleme zu lösen, wenn wir nur auch den politischen Willen dazu haben." Leider krankt es genau an dieser Einstellung, die alle Politiker*innen haben sollten, in Deutschland und Kassel ganz besonders. Bestehende Probleme anzugehen, sachliche Kritik nicht pervers abzuwehren und sich nicht durch Ignoranz zu profilieren, dass wäre die Aufgabe, die Regierende erfüllen müssten, wenn sie sich für uns Bürger*innen einsetzen würden. Aber entweder ist die persönliche Raff- und Machtgier dieser Leute zu groß oder ihr geistiger Horizont reicht einfach nicht weiter als zu Stammtisch-Repräsentation und verlogener Schaurednerei. Diese Leute bezeichnen Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, als Gutmenschen und werten damit alles ab, was Demokratie und Fortschritt für alle Menschen sein könnte.

07.08.2018 "Natürlich ist es auch in Dänemark nicht einfach alt zu werden, aber es geht würdevoller." Die Sendung Panorama im NDR zum Pflegenotstand in Deutschland am heutigen Abend. Dieser würdevoller Umgang mit Menschen, die in Dänemark im Alter alle eine Einheitsrente erhalten, egal wie lange sie gearbeitet und eingezahlt haben, diese Würde, die auch im deutschen Grundgesetz verankert ist, wird bei uns in perfider Weise dem Sparwahn und der Profitmaximierung geopfert. Deutschland fördert Profitgier und Altersarmut, das Pflegestufensystem belohnt die Bettlägerigkeit, nicht den Erhalt der Selbständigkeit. Der Beitrag zeigt, dass ein Heim der Diakonie in Lindau am Bodensee, auch eine Tagespflegeeinrichtung dann menschenwürdig wirtschaften können, wenn KEIN Profitdenken bei den Betreibern besteht, sondern nur auf eine Kostendeckung hin organisiert ist. Es geht also! Solange Krankenhäuser, Altenheime und andere soziale Einrichtungen einem unerfüllbaren Sparzwang und der Profitgewinnung unterliegen, wird es menschenwürdige Pflege nicht geben. Wann wird Deutschland hier eine dringend notwendige Kehrtwende vollziehen? Zur Zeit ist die Würde des Menschen in Deutschland antastbar.
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/Ist-die-Pflege-noch-zu-retten,sendung815724.html

13.07.2018 Francoise Gilot zitiert Pablo Picasso: "Warum sagte Platon, die Dichter sollten aus der Polis verjagt werden? Genau deshalb, weil jeder Dichter und jeder Künstler ein antipolitisches Wesen ist. Nicht, dass er so sein möchte; aber er kann nicht anders. Natürlich hat der Staat - von seinem Standpunkt aus - das Recht, ihn davonzujagen, und falls er ein wirklicher Künstler ist, weiß er auch, dass es für ihn keine Anerkennung geben kann, denn zugelassen, verstanden, genehmigt zu sein, würde für ihn bedeuten, dass seine Arbeit ein Gemeinplatz, also wertlos, geworden ist. Alles Neue, alles was der Mühe wert ist, geschaffen zu werden, kann nicht anerkannt werden, denn die Leute haben einfach nicht den Blick für die Zukunft. Also ist dieses Gerede von der Befreiung der Kultur absurd. Man kann Kultur in einem sehr allgemeinen Sinn verteidigen, wenn man damit das Erbe der Vergangenheit meint; doch das Recht auf freien Ausdruck ist etwas, das man sich nimmt, nicht etwas, das einem geschenkt wird." (
Gilot, F.: Leben mit Picasso. Frankfurt/ München 1965, S.186)
Trotz des Würgegriffs der Ausgrenzung, des Totschweigens durch Politiker*innen und Medienmogule muss es in Deutschland viele solche Künstler*innen geben, die wir nie zu Gesicht bekommen, die sich das Recht auf einen freien künstlerischen Ausdruck nehmen, ohne sich politisch einzufädeln und dem Kunstmarkt zuzuarbeiten. Aber müssen sie deshalb "antipolitisch" sein? Die Tendenz, die Picasso Mitte des 20. Jahrhunderts anspricht, gibt es sicherlich auch heute noch, aber wäre eine zeitgenössische Kunst, welche die historischen Kunstbegriffe überwindet nicht gerade heute auch politisch? 

30.06.2018 Heute meldet die Tageszeitung, dass die Kasseler Kunsthistorikerin Doris Krininger mit nur 64 Jahren gestorben ist. Sie war schon länger krank gewesen und nur noch selten im Stadtteil erschienen. Nun steht ein kleiner Artikel drin, der sie würdigt. Ja, die SPD hat ihr Mitglied immer dabei unterstützt für die Kulturszene zu schreiben. Sie war für alle von der SPD geförderten Künstler*innen eine große Unterstützung, aber sie war auch Teil der Ausgrenzungspolitik der Stadt, denn sie durfte nicht über alle Künstler*innen schreiben und war deshalb eben nicht eine freie Kritikerin der Szene. Eng verbunden mit den politisch gewollten und geförderten Kunstprojekten und Galerien war es ihr nicht möglich wirklich objektiv zu bleiben. Trotzdem gebührt ihr die Anerkennung für ihren Einsatz in der Kulturszene, der in Kassel ohne parteiliches Korsett eben nicht zum Tragen kommen kann. Als freie Kunsthistorikerin ohne Doktortitel und besonders auch als Frau ist es in Kassel besonders schwer beruflich zu bestehen. An ihrem Einsatz hat es jedenfalls nicht gefehlt.

26.06.2018 Wir betreiben seit einiger Zeit systematische Recherche zu den Verflochtenheiten der Geld- und Politelite in Kassel. Die Ergebnisse sind so erschreckend, dass wir sie im Einzelnen hier nicht veröffentlichen wollen, um unsere Integrität als Gruppe nicht zu gefährden. Fakt ist jedenfalls, dass den Bürger*innen in Kassel über Medien und bewusstes Verschweigen wesentliche Machteinflüsse einfach verschwiegen werden. Demokratie erscheint auf diesem Hintergrund als reine Farce. Wenn das in anderen Städten in Deutschland auch so ist, dann sieht die demokratische Zukunft dieses Landes düsterer als wir es uns je hatten vorstellen können.

13.05.2018 Wir befassen uns mit Hanna Arendt und dem neuen You Tube Film "Die Pflicht zum Ungehorsam". Hier wird deutlich, was zur nationalsozialistischen Katastrophe geführt hat. Arendt bescheinigt Eichmann und den 80 Millionen Deutschen einen Idealismus, der bereit war alles und eben auch jede Zahl von Menschen für ihre Ideen zu opfern. Aber ihm sei eine Unfähigkeit sich auszudrücken und zu denken eigen gewesen, die ihn unfähig machte sich irgendetwas aus der Sicht anderer Menschen überhaupt vorzustellen. Das heißt aber, er war ein Narzisst, von denen wir in den letzten 20 Jahren eine zunehmende Zahl von Menschen in den höheren Positionen der Gesellschaft vorfinden. Arendt sagt, das "80 Millionen Deutsche gegen die Wirklichkeit und ihre Faktizität durch genau die gleichen Mittel abgeschirmt waren, durch die gleiche Verlogenheit und Dummheit, durch die gleichen Selbsttäuschungen". "Das Böse ist ein Oberflächenphänomen. Wir widerstehen dem Bösen nur dann, wenn wir nachdenklich bleiben, d.h. indem wir eine andere Dimension erreichen als die des alltäglichen Lebens. Je oberflächlicher jemand ist desto eher wird er sich dem Bösen ergeben. Das ist die Banalität des Bösen. Ein Anzeichen für eine solche Oberflächlichkeit ist der Gebrauch von Klischees ..." Und finden wir diese Oberflächlichkeit nicht auch bei den Politikern unserer Stadt, wenn sie vielen von uns Künstler*innen keine Teilhabe an Ausstellungen oder in den Kulturprojekten erlauben? 
Dass es das institutionalisierte Böse in einer Demokratie gibt, zeigen die nun 30 Jahre alten Erfahrungen in Kassel. Die oberflächlichen und machtorientierten und die nur in der Alltagsignoranz versinkenden Menschen dieser Stadt wollen es nur nicht zur Kenntnis nehmen. Die Banalität des Bösen ist tief in dieser Gesellschaft verankert. Sie wird durch die Unfähigkeit zu klarem Denken und durch machtpolitische Ignoranz zementiert.


09.05.2018 Natürlich hat sich auch auf dem nächsten Kulturpolitikertreffen nichts geändert. Wir müssen damit leben, dass Susanne Völker sich brav den Machenschaften dieser Stadtpolitik unterwirft, oberflächliche Falschaussagen macht und dem Regime treu bleiben wird. Schade, dass sich die Stadtmächtigen für so allmächtig halten und nicht einmal auf der untersten kulturpolitischen Ebene Teilhabe für alle Künstler*innen zulassen wollen. Es fehlt an etwas Grundlegendem: Dem tätigen Bekenntnis zum Grundgesetz und dem damit verbundenen guten Willen eine gemeinsame Basis für alle Bürger*innen dieser Stadt zu schaffen.

21.04.2018 Wir haben ausgiebig gelacht! Drei Leute hatten sich als ehemalige "Chorist*innen" der documenta 14 bereit erklärt noch einmal kostenfreie "Spaziergänge" zur zeitgenössischen Kunst und dem "Obelisken" anzubieten. Kulturnetz und documentaforum hatten sogar einen Flyer entworfen und verbreitet. Auch die öffentliche Diskussion zum Obelisken am 13.04. im Stadtteilzentrum Vorderer Westen war mit ca. 130 Interessierten gut besucht. Die lokale Presse hatte sogar einen erstmals recht sachlichen Artikel dazu veröffentlicht, aber weder auf dem kulturpolitischen Forum noch in der HNA durften die Personen genannt werden, die die Spaziergänge anboten. Heute nun steht doch eine drin. Die allerdings ist anerkanntes SPD-Mitglied, abgesprochenerweise am Schluss eingeplant. Die anderen waren es nicht und sind deshalb "gleicher". Armes Kassel!

11.04.2018 Am 5. und 6. Mai ist wieder Atelierrundgang in Kassel, der vom Kulturamt und von von der Zippel-Stiftung gefördert wird. Angeblich sind es 80 "professionelle" Künstler*innen, die dort ausstellen dürfen, Namen sind noch nicht genannt. Aber natürlich werden von Frau Thieleke und ihren "Kuratoren", die alle zur Politszene der Stadt gehören nur die Künstler*innen zugelassen, die entweder Mitglieder der herrschenden Parteien sind oder Angehörige haben, die Mitglieder sind. Auf der Liste der dauerhaft zugehörigen sind jedenfalls viele, die entweder keine regelmäßige Kunstproduktion vorweisen können oder längst nichts mehr machen, auch sind nicht alle Profis. Aber man hält zusammen und ist stolz andere Profis von der Teilhabe ausschließen zu können. So wertet man sich auf. Nun, das ist kein Aushängeschild für Kassel, sondern zeigt nur, wo die Kulturpolitik hier steht: Kein Wandel, sondern Verweigerung von Teilhabe auf der untersten Kulturbeteiligungsebene. Wer aber in einem permanenten Kunstschaffensprozess steht, wird - wie schon seit Jahren die Praxis - einfach wieder zur selben Zeit sein Atelier aufmachen und das mit einem Banner kennzeichnen. Wir versichern: Es funktioniert! Den Besucher*innen geht es natürlich nicht um den Politscheiß, sondern um das Sehen aktueller Kunst in dieser Stadt. Nur die armen Politiker*innen und ihre Vasallen sind stolz auf ihre perverse Ausschluß- und Machtpolitik.

03.04.2018 Wir hatten erregte Diskussionen über die Kulturhauptstadtbewerbung, die von Herrn Geselle und seinem Magistrat abgesagt wurde, dies obwohl dazu Ende April noch eine Bürgerversammlung stattfinden sollte. Demokratische Strukturen, die die Bürger dieser Stadt wirklich einbinden, sind das jedenfalls nicht. Und doch hat der Magistrat ja in sofern Recht, dass Kassel den Titel niemals bekommen hätte solange Ausgrenzung und Hass gegen einzelne Kulturschaffende das kulturelle Leben mitbestimmen. Wir erwarten, dass auch die neue Kulturdezernentin Völker an diesen über Jahrzehnte praktizierten Spaltungsmethoden durch die bestehende Veternwirtschaft nichts ändern wird. Sie wird sich sicher brav anpassen und lernen, dass man hier nur an der Macht bleiben kann, wenn man beim Machtmissbrauch und bei Ausgrenzung mitmacht.

15.03.2018
Heute haben wir uns nach dem 3. Kulturworkshop des Kulturamtes der Stadt Kassel getroffen. Es ist ein hervorragendes Konzept für Kassel als einer wandlungsfähigen, an Teilhabe für alle Kulturschaffenden interessierten zukünftigen Kulturhauptstadt entstanden. Natürlich wird auch die Hoffnung auf echte Umsetzungen geschürt. Leider sind es hauptsächlich Politiker*innen der herrschenden Partei, deren Kommentare beklatscht werden. Wenn das Parteimitglied Karsten seine persönlichen Projekte gleich mehrfach vorstellt, wird ebenfalls Beifall laut und umfangreich Redezeit zur Verfügung gestellt. Das neue Projekt der Chorist*innen aus Kassel für die freie Bürgerdiskussion zum Obelisken von Ole Oguibe wird dagegen schnell als "Werbung" durch Zwischenrufe abgewürgt. Dieses Messen mit zweierlei Maß ist die Ursache für die Skepsis, die viele Kulturschaffenden gegenüber dem Kulturamt haben. Am Ende, so müssen wir befürchten, bestimmt wieder die machthabende Partei, was Kultur ist und wer als Kulturschaffende(r) teilhaben darf. Jedenfalls dürfen weiterhin "Parteikünstler*innen" Kulturveranstaltungen organisieren und Vorstandsposten in den parteikonformen Kulturvereinen bekleiden, die seit Jahrzehnten parteipolitisch selektieren. Sollte sich daran wirklich etwas ändern, werden wir das in Kassel sofort merken .....

14.03.2018
Gestern war Jour fixe vom documentaforum in Kassel. Es waren 5 Chorist*innen von der d14 da. Thema war die kontroverse Diskussion über den Verbleib des Kunstwerks von Olu Oguibe auf dem Königsplatz. Das Kunstwerk der d14 hatte haarsträubende Kommentare in den lokalen Medien ausgelöst. Jetzt wurde sachlich und kunstwissenschaftlich fundiert in kleiner Runde diskutiert. Dadurch wurde die Vielschichtigkeit des Werkes noch einmal sehr deutlich. Denn gerade die Kontroversen eines postkolonialistischen Denkens, die sich in den Medien äußern, sind das, was erklärtes Ziel des Künstlers ist. Hier hat das Veternwirtschaftssystem von Kassel dringenden Nachholbedarf. Nur zum Vergleich: Der Himmelsstürmer hatte für 690 000 DM im Jahr 1992 seinen endgültigen Platz vor dem Kulturbahnhof gefunden. Die Herstellungskosten sind in 2018 also etwa gleich. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Oder wird Oguibe dafür bestraft, dass die documenta gGmbH ein Defizit erwirtschaftete? Uns ärgert vor allem, dass die Tageszeitung und die Lokalpolitiker*innen so unsachlich diskutieren. Zugleich buttert die Stadt Kassel jährlich Millionen von Euro in den Regionalflughafen Kassel-Calden (Sie hält 13% Verlustbeteiligung von 326 Millionen Euro!) und stopft einem Großunternehmer aus Kassel per Vertrag Dauermieten für ungenutzte Flüchtlingsunterkünfte in den Rachen. Für das "Rudel" von Beuys wurden seinerzeit sogar 16 Millionen DM gezahlt. Warum soll Olu Oguibe jetzt so viel schlechter bezahlt werden? Aus unserer Sicht müssten 500 000 Euro schon drin sein. Alles andere ist demütigend. Werden die Großunternehmer, die auch in Kassel Euromillionen am Staat vorbei ins Ausland transferieren, wenigstens hier ihren Beitrag leisten?


04.03.2018 Wir diskutieren erregt, ob ein Beitritt zur AFD sinnvoll wäre, um die Ausschlusspolitik in Kassel zu stoppen oder wenigstens einzugrenzen. Regula Rickert hatte die herrschenden Parteien der Stadt Kassel und der Landesregierung angeschrieben, um den politischen Missbrauch an der Kultur in Kassel öffentlich zu machen, aber die AFD ausgelassen (dies aber später nachgeholt). Tatsache ist: Das Kulturamt der Stadt Kassel unterstützt Ausgrenzerinitiativen: Wolfgang Korz von Kunst- und Kulturrundgang Vorderer Westen, Atelierrundgang von Karin Thielecke, Thomas Göbel, und ihren "Beiräten" Stefan Bast, Harald Kimpel, Milen Krastev, Judith Rozsas,  Lutz Freyer, Margrit Gehrhus, Nils Klinger, Axel Kretschmer, Ruth Lahrmann, Rana Matloub, Andrea Müller-Osten, Liz Mülleneisen, Christine Reineckens, Carola Ruf, Wolfgang Korz. Genau wie das documentaforum mit Jörg Sperling, Regina Oesterling, Volker Schäfer, Jörn Buddesheim, Horst Schween, Miki Lazar und Lutz Freyer. Auch Friedrich Block vom Kunsttempel und die Leute vom Kunstbalkon. Das sind die von der SPD ausgesuchten Mitglieder in Kassel, die der Teilhabe für würdig befunden werden. Das ist unser Stand der Kulturpolitik in Kassel. Am 15.3. ist ein nächstes Treffen zur neuen Kulturkonzeption in Kassel. Dass die Ausgrenzungspolitik weitergehen soll, zeichnet sich aber jetzt schon ab.


02.02.2018 Gestern fand ein 2. Treffen zur geplanten neuen Kulturkonzeption der Stadt Kassel im Südflügel des Kulturbahnhofs statt. Im Vorfeld waren dazu Vertreter der Kulturszene, besonders die von der Stadt und dem Kulturamt geförderten Kunst- und Kultureinrichtungen waren eingeladen. Kommunale Kulturpolitik wird für Kassel in den nächsten Jahren deshalb wichtig, weil man sich für den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025" bewerben möchte. Dort zeigten sich natürlich auch die Lokalpolitiker*innen, die in Kassel Künstler*innen ausgrenzen und über Jahre systematisch die Teilhabe an Ausstellungsmöglichkeiten für Künstler*innen veternwirtschaftlich fördern, z.B. der Leiter des kleinen Kunsttempels Dr. Block und für das Documentaforum Lutz Freyer. Ob die Stadt hier wirklich eine neue, an Teilhabe und Bürgerschaftlichkeit orientierte Kulturoffensive starten möchte?? Wir werden es sehen. Im Einzelnen wurde immer wieder Stimmen laut, die sich freundlich und höflich Teilhabe wünschten. Das für die Kulturhauptstadtbewerbung 2010 gegründete Kulturnetz mit seinem Künstlerportal Kulturtopografie erhält so wenig Fördergelder, dass es sein Portal kaum mehr aktualisieren kann. Dabei ist dieses Portal das einzige in Kassel, welches sich seit Jahren weigert Ausgrenzungen von Künstler*innen zu betreiben. Und viele Vertreter von bestehenden Kultureinrichtungen klagen, dass sie in Kassel immer wieder unter Ausgrenzungen von Veröffentlichungen leiden. Ein gemeinsames Portal mit einer übersichtlichen App wäre toll! Aber wenn die Stadt hier wieder nur politisch auswählt, wer als Kulturschaffender dort erscheinen darf, dann brauchen wir wirklich kein neues.

05.01.2018 Im neuen Jahr befassen wir uns mit übergreifenden Themen zur Moral 4.0, das heißt zu Fragen der Absolutherrschaft des Geldes, welches schon lange ein totalitäres System mit einer zunehmenden Eigendynamik in Sachen Zerstörung der Demokratie und der im Grundgesetz verankerten Menschenrechte ist. Wie könnte die Geld-Macht-Elite wieder zu moralisch-grundgesetzlichen Grundwerten und zur echter Mitverantwortung für das Gemeinwohl zurückfinden? Wir können Welt-Probleme nicht in solch kleinem Kreise lösen, möchten sie aber in ein Verhältnis zur lokalen Geldaristrokratie setzen, die ebenfalls ausschließlich auf Profit und Profitmaximierung ausgerichtet ist. Wenn das Volk in Deutschland und anderswo, auch in Kassel kein Vertrauen mehr in eine ehrliche Sicherung demokratischen Grundwerte hat, wird sich der Rechtsruck in der Gesellschaft weiter verstärken. Wenn die Werte der  Aufklärung, Toleranz, Freiheit, Offenheit, auch Wahrhaftigkeit, Fairness und Gerechtigkeit keine Lobby mehr haben, wohin entwickeln wir uns dann? Kein Gesellschaftssystem kann ohne moralisch-ethische Grundwerte auskommen ........

27.12.2017 Und wie machen diese Leute das? Ein Beispiel: Trotz mehrfacher Eintragung in eine vom documentaforum ausgelegten Liste zur Eintragung in den Emailverteiler für Einladungen zu Veranstaltungen, werden manche Namen immer wieder selektiert und ausgestrichen. Dies findet möglicherweise in allen von der Stadt-SPD geförderten Vereinen statt, ist bisher aber noch nicht vollständig nachweisbar. Ein Recht auf Information durch Vereine hat natürlich niemand. Es ist aber der Beginn einer Spaltung der lokalen Gesellschaft in unerwünschte und erwünschte Interessenten. Und wenn diese von einer Partei flächendeckend geplant ist, dann wäre dies möglicherweise ein Verstoß gegen das Grundgesetz. Es geht auch nicht allein um Rechte, sondern um die systematische Zerstörung von offenen, vertrauenserweckenden Beziehungen zwischen den Menschen einer Stadt, die aus Machtmissbrauchsgründen vorangetrieben wird. Nun, das Jahr neigt sich dem Ende zu. Erfahrungsgemäß werden da von den Offiziellen immer große Worte gemacht. Wir verabschieden es mit einem Zitat von Ulla Hahn aus ihrem neuen Roman "Wir werden erwartet": "Etwas schön reden. Sich etwas einreden. Sich in etwas hineinreden. Groß reden. Alles groß und schön, kräftig und stark reden. Als wüchsen dann die Dinge den Wörtern hinterher. Doch die Dinge folgen den Wörtern nicht. Die Ereignisse nicht den Entwürfen. Mit den Jahren, dachte ich, ist sie immer größer geworden, die Kluft zwischen Ding und Wort. dem Versprechen und seiner Einlösung. Anfangs liefen die Dinge den Wörtern noch hinterher. Wollten Wort halten. Das Wort erreichen. Dann aber warteten die Wörter nicht mehr auf ihre Einlösung. Sie wurden immer größer, die Dinge immer kleiner. Die Dinge schienen unter den Wörtern zu schrumpfen. Das Konkrete unter dem Abstrakten zu verwittern. Bis sich schließlich das Umgekehrte des Gewollten einstellte. Was man aber nicht wahrhaben wollte. Nicht wahrhaben durfte. Also floh man in immer größere und abstraktere Worte. Eine Flucht, die in die Lüge führte. Der Rest war Schweigen. Totschweigen."
20.12.2017 Was meinen wir mit neofaschistoid? Die folgenden faschistoiden Merkmale sind bei der lokalen SPD zutreffen: Mit Hilfe von Personenkult, Massenpopaganda, Falschinformation und Verschweigen werden systematisch und über lange Zeiträume schrittweise Zugehörigkeits- und Teilhabemöglichkeiten von Bürger*innen abgebaut, Pressefreiheit manipuliert (HNA-Monopol = SPD plus Multimillionäre), und eine Diktatur der lokalen Wirtschaftsmonopole ausgedehnt. Nicht erfüllt ist natürlich das Merkmal der Militär- und Polizeiprogrome.

14.12.2017
Am 12.12. stelle die neue Professorin für Kunstvermittlung der Kunsthochschule Kassel, Nora Sternfeld, ihre Überlegungen zum neuen Konzept eines Documenta-Museums und der Zusammenarbeit der bestehenden Institutionen im Documentaforum vor. Die Chorist*innen der d14 waren eingeladen. Drei unabhängig voneinander arbeitende Säulen sollen die Forschungs- und Vermittlungsarbeit zu documenta in Kassel tragen. Documentaarchiv, transdisziplinäre Forschung und Kunstvermittlung sollen als jeweils unabhängige freie Einrichtungen miteinander kooperieren, finanziell und rechtlich unabhängig voneinander arbeiten, und als freie Einrichtungen kooperieren. Wie können wir etwas lernen, was wir nicht schon wissen, war ihre provokativ-innovative Frage. Möglicherweise soll es einen Verein geben, der unabhängig von der documenta gGmbH arbeitet. Nach welchen Regeln soll Partizipation eingeladen werden? Wie entsteht ein experimenteller Raum für Forschung und Kunstvermittlung? Können künstlerische Antworten auf das Documenta-Archiv eingeladen werden? Im illustren kleinen Kreis von ca. 25 Teilnehmern begeisterte Nora mit ihrer frischen, hoch differenzierten Rede. Nun weiß man ja, dass vom Documentaforum, welches nur noch sehr wenige Mitglieder zählt und auch um finanzielle Unterstützung ringt, in Kassel nur wenig gemeinschaftsbildende Wirkung ausgeht. Die Vorstandsmitglieder Jörn Buddesheim, Regina Österling, Lutz Freyer, Miki Lazar, Horst Schween, Volker Schäfer und die neu hinzugekommene Gila Kolb vertreten eine systematische Ausgrenzungspolitik von Kunstschaffenden in Kassel, wie sie durch die Stadt-SPD vorgegeben ist. Sie machen auch vor böswilligen Ausgrenzungen in öffentlichen Medien wie facebook keinen Halt und schaden damit der Kulturentwicklung in Kassel seit vielen Jahren nachhaltig, wie dies schon die Vorgängergeneration des Vereins getan hatte. Der innovative Ansatz von Dr. Nora Sternfeld fällt hier auf schlechten Boden. Aber vielleicht schafft sie es ja in neuen Zusammenhängen ein innovatives, von Veternwirtschaft freies Projekt zu initiieren. Es wäre für Kassel ein Gewinn. Sie beschrieb ausführlich am Beispiel der Stadt Wien, wie in Europa zunehmend neofaschistische Strukturen das politische Feld bestimmen. Dem müsse man in der Kultur entgegenwirken. Wie wahr! Nur weiß sie natürlich nicht, dass neofaschistoide Entwicklungen IN den machthabenden Parteien und deren Ausgrenzungspolitik ihre Ursachen hat. Um also in Kassel wirklich eine Wende zur Innovation zu kreieren, müssten diese Kleinkrämer der Lokalpolitik ein Einsehen haben. Das aber ist bisher nicht gewollt.


02.12.2017
Gestern haben wir wieder einmal an einer grotesken Polit-Show teilgnommen. Die gesamte lokale Politschikeria war zur Verleihung de 10. Wistlebowerpreises von IALANA und VDW in Kassel gekommen. Alle Parteien waren vertreten, alle die in Kassel eben gerade nicht für Demokratie und Teilhabe eintreten. Die Ehrung der Whistleblower, des früheren Chefredakteur der türkischen Zeitung Cumhuriet, Can Dündar, sowie von Maria-Elisabeth Klein und Martin Porwoll, die den Apothekenskandal in Bottrop aufdeckten,
ist natürlich eine wichtige und vollkommen richtige Sache! Diese Menschen bezahlten mit massiven persönlichen Nachteilen für ihr Leben dafür, dass sie für die Wahrheit eintraten. Die Politik, die in Deutschland immer noch gegen die Einführung eines umfassenden Whistleblowerschutzgesetzes arbeitet, hat die Preisträger jedenfalls nicht unterstützt. Jetzt aber möchte sie sich für die eigene Selbstbespiegelung profilieren. All jene, die in Kassel zu den katastrophalen Zuständen schweigen, dass z. B. die Teilhabe an Kunstrundgängen nicht allen Bildenden Künstler*innen erlaubt werden, dass Mitarbeiter*innen im Rathaus gemobbt werden und menschlichte Gundrechte über Jahrzehnte in eklatanter Weise verletzt werden, das haben die anwesenden Lokalpolitiker mit ignoranten Schweigen belegt oder heimlich seit Jahrzehnten betrieben. Wie Rousseau es schon 1750 ausführlich beschrieb: Diese Verantwortlichen haben kein moralisches Bewusstsein. Ihre Machtpolitik dient nur den eigenen Vorteilsnahme. Sie wollen und können den Bürger*innen "keine aufrichtige Wertschätzung", entgegenbringen, sondern verlangen mit gleichförmiger Scheinheiligkeit, dass man ihnen ihre Lügen glaubt. Tragisch zu sehen, dass wir Bürger*innen in diesem System wirklich nicht die geringste Chance auf Teilhabe haben und angesichts dieser dekadenten Übermacht auch wohl wenig zum Besseren beitragen können. Versuchen wir es dennoch!

12.11.2017 "Die Gerechtigkeit ist die erste Tugend sozialer Institutionen, so wie die Wahrheit bei Gedankensystemen. Eine noch so elegante und mit sparsamen Mitteln arbeitende Theorie muss fallengelassen werden, wenn sie nicht wahr ist; ebenso müssen noch so gut funktionierende und wohlabgestimmte Gesetze und Institutionen abgeändert oder abgeschafft werden, wenn sie ungerecht sind. Jeder Mensch besitzt eine aus der Gerechtigkeit entspringende Unverletzlichkeit, die auch im Namen des Wohls der ganzen Gesellschaft nicht aufgehoben werden kann. Daher lässt es die Gerechtigkeit nicht zu, dass der Verlust der Freiheit bei einigen durch ein größeres Wohl für andere wettgemacht wird." John Rawls: A Theory of Justice (1971), 1.

31.10.2017 Mittlerweile haben wir uns mehrfach getroffen. Und heute, am 500. Reformationstag denken wir über Demokratie und Wahrhaftigkeit nach. Ist die Wahrheit ein starkes Schwert, das die Mächtigen das Fürchten lehrt, wie Luther sagt? Heute reden wir uns heraus damit, dass es keine allgemeingültige Wahrheit gibt, sondern nur persönliche Wahrheiten. Dann kann ja jeder seiner eigenen Wahrheit folgen. Dann ist der Machtmissbrauch in der Demokratie legitim? Unvermeidlich? In einer Demokratie, die wirklich die Interessen des Volkes vertritt,
- würde an Pflegekräften in Altersheimen nicht gespart, weil die menschenwürdige Behandlung der Alten und auch der Pflegekräfte als hohes Gut Vorrang hätte.
- wachsen Kinder nicht in Armut auf, weil sie unsere Zukunft sind.
- haben alle Bürger die gleichen Chancen auf Job und Karriere, wenn sie sich anstrengen, nicht nur die Söhne und Töchter der Politiker und Reichen.
- hört die Doppelmoral und Altersdiskriminierung gegenüber älteren Arbeitnehmern auf, die ab 50 keinen Job mehr finden, obwohl sie vollständig arbeitsfähig, kompetent, berufserfahren und gesund sind. Wie sollen Menschen für ihre Rente bis ins 67. oder 70. Lebensjahr arbeiten, wenn Arbeitgeber sie nicht einstellen?
- bekommen alle Menschen im Rentenalter ein angemessene, lebenserhaltende Rente, die über dem Sozialhilfesatz liegt.
- werden Menschen, die in Sozial- und Kulturberufen arbeiten, so gut bezahlt, dass sie eine Rente erwirtschaften können. Ebenso werden auch alle anderen Dienstleistungen angemessen vergütet.
- werden zuerst Renten und Notwendigkeiten der Bürger*innen bezahlt, denn die Würde des Menschen ist unantastbar. Erst vom Übriggebliebenen werden neue Museen und Konzerthäuser gebaut.
- In einer Demokratie wird unangemessene Bereicherung bestraft, alle Konzerne zahlen Steuern, Billiglohnverhältnisse sind verboten.
Denn der Kampf um das Überleben, um Chancen in Beruf und Teilhabe führen in einem korrupt gewordenen System zur Radikalisierungen, zum Ruf nach neuen Führern, weil man den Mächtigen keinen Sinneswandel mehr zutraut. Dies führt langfristig zu einer Kriminalisierung und Brutalisierung der Gesellschaft, letztlich dann zu Bürgerkrieg. Die Versuche der Mächtigen, den Bürger*innen Sand in die Augen zu streuen, indem sie durch politisch initiierte Initiativen wie Puls of Europe oder Teilhabekampagnen den Schein erwecken, dass sie etwas ändern wollen, führen zu weiteren Enttäuschungen und zu Vertrauensverlust. Wir brauchen deshalb mehr als alles andere eine neue moralische Grundlage, auf der wir einander wieder vertrauen können. Wahrhaftigkeit, Menschlichkeit und guter Wille müssen sich wieder auszahlen. Alles perverse Verhalten müsste zu Machtverlust führen. Mächtige müssten statt den Schein zu wahren, echten Mut zu Gleichberechtigung und der Förderung der Interessen der Bürger*innen aufbringen. In Kassel und auch in der Landes- und Bundesregierung haben die Politiker*innen das bisher nicht verstanden. Statt dessen haben sie ein System der Veternwirtschaft etabliert, was jeder Demokratie spottet. Daran hat auch der klägliche Versuch einer sich kulturell-politisch links verortenden documenta 14 nichts geändert, weil sie fest in den Händen der Politiker und Geldgeber verankert ist, die als Nicht-Fachleute alles bestimmen, was dort passiert. Sind diese Leute sich der Folgen für die Gesellschaft nicht bewusst? Erinnnern sie sich noch an ihren Auftrag dem Volk zu dienen?

14.09.2017
Wenn die Scheindemokratie systematisch zu einem neofaschistisches System wird, in dem nur noch die angemessen bezahlt werden, die zu den bestehenden Verbrecherstrukturen schweigen, wenn die vielen Namenlosen dies zulassen und sich niemand mehr für ein gemeinsames System der Gleichberechtigung und Teilhabe einsetzt, dann ist die Demokratie eine tote leere Hülle, in der Bauch sich die Schlangen des bösen Willens und der Ignoranz gegenseitig auffressen. Wer ist für diese Entwicklung verantwortlich?  Auf einer ersten Ebene sind wir es selbst, wenn wir nicht als mitverantwortliche Bürger*innen handeln, uns nicht für unsere ausgegrenzten Mitbürger*innen einsetzen, sondern schweigend zusehen wie andere ausgegrenzt und degradiert werden. Wenn uns das Grundgesetz, Freiheit, Gleichheit und Brüder-/Schwesterlichkeit im Rahmen unserer Handlungsmöglichkeiten keinen Einsatz mehr wert sind, dann sind wir zu Sklaven eines Masse verwaltenden Systems geworden, welches sich langfristig selbst zerstört. Und wir werden unsere Mitverantwortung im Sumpf von Alkohol, Drogen und Selbstbespiegelung ertränken. Denn warum finden wir eine stetige Zunahme von Depressivität und Gewalt in unserer Gesellschaft? Weil dieses System uns dazu erzieht nur noch auf unseren persönlichen Vorteil zu schauen. Dieses Verhalten aber produziert einfach nicht genug Endorphine. Für Schwesterlichkeit und Brüderlichkeit zu sorgen macht nämlich glücklich. Fangen wir also bei uns selber und unseren direkten menschlichen Kontakten an!

26.08.2017 "Schande über uns" nannte der italienische Philosoph Franco "Bifo" Berardi seine Diskussionsrunde im Parlament der Körper auf der d14 am 25.08.2017, denn in Libyen, Israel, der Türkei und Ägypten werden Flüchtlingslager unter schrecklichsten Bedingungen geführt. Dies geschieht mit der Unterstützung durch die Europäer, weil diese die Flüchtlinge in ihren Ländern nicht mehr aufnehmen möchten. Berardi sagt, er schäme sich, "weil ich nicht in der Lage bin, den Faschismus aufzuhalten, der sich überall aufbaut in Europa." Dieser Faschismus baut sich, so meinen wir, nicht nur in der rechten Szene auf, sondern in den etablierten Parteien, die unsere europäischen Regierungen führen. Ist das Grundgesetz noch einklagbar? Oder wird es zur Farce?

23.08.2017 Wir befassen uns mit verschiedenen politischen und nichtpolitischen Initiativen, die auch in Kassel aktiv sind. Der "Pulse of Europe" ist eine reine SPD-Gründung. Man ist frustriert, dass man als Partei keinen Zulauf mehr hat und versucht auf diesem Wege neue Mitglieder zu aquirieren. So werden uns weitere "Gründungen" präsentiert, die politische Teilhabe anbieten, aber an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten sind. Dabei geht es doch simpel darum, endlich Ernst mit demokratischen Strukturen (!) zu machen, in Kassel wirklich alle Fähigkeiten und Kräfte der Bürger*innen zu würdigen und einzubeziehen und die Veternwirtschaft zu beenden, die nur Parteimitgliedern und deren Kindern und Enkeln Chancen auf berufliche und private Karrieren anbietet. An scheinbar nicht politischen Initiativen, die aber alle SPD-geleitet sind, finden wir mit denselben Strukturen "Transition-Town", "Stolpersteine", "documenta-Forum", "Essbare Stadt" und sämtliche Kunstvereine. Alle machen Angebote zur Beteiligung, aber degradieren jede/n, der oder die fortschrittliche Impulse setzen wollen, die die Vorherrschaft der Vorsitzenden in Frage stellen könnten. Wer diese Erfahrung mehrfach macht, wird mit der Zeit feststellen, dass er oder sie nicht die geringste Chance auf echte Teilhabe hat, sondern nur den politisch gewollten Vorsitzenden dienen soll, welche so zu Ruhm und öffentlichen Geldern kommen. Dieses perfide System hilft zwar auch einzelnen, die psychisch labil sind, eine kleine Aufgabe suchen oder in einer Krise Halt brauchen, intelligente und wegweisende Entwicklungen lässt es aber nicht mehr zu. Schlimmer noch: Initiativen wie Stolpersteine, die von politisch nicht relevanten, nicht der SPD angehörenden Bürger*innen gegründet wurden, wurden in Kassel gezielt okkupiert und als Verein dann von SPD-Kadern offiziell gegründet. Diese Strategie ist so flächendeckend, dass Gruppen mit echter Initiativkraft keine Chance haben nachhaltig zu bestehen oder in die Öffentlichkeit zu kommen, weil die lokale Presse sie nicht ankündigt, wenn die SPD dies nicht will. Der Verein documenta-Forum lässt auf öffentlichen Veranstaltungen Listen für Interessierte herumgehen, sortiert dann aber Bürger*innen dieser Stadt aus, die politisch nicht gewollt sind, sich aber nie etwas haben zu Schulden kommen lassen. Solche Entwicklungen zerstören bewusst und über Jahrzehnte gezielt jede Teilhabe. Man will politisch unter sich bleiben.

20.08.2017 Wir befassen uns mit einer neuen Studenteninitiative in Kassel, die wir für interessant halten: http://meetingdemocracy.org/de/2017/07/14/infoburo-meeting-democracy-rundgang-kunsthochschule-kassel-2017/

Hat diese Initiative in Kassel eine Überlebenschance? Wird sie nachhaltig arbeiten können?

04.08.2017 Wir befassen uns mit Antidiskriminierungspädagogik: Nora Sternberg schreibt in ihrem Artikel "Verlernen vermitteln" von 2014 (Kunstpädagogische Positionen Bd. 30), dass es ein Fehler ist gesellschaftliche Phänomene zu personalisieren. Vielmehr müsse man die realen Macht- und Herrschaftssysteme analysieren, um die realen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturen aufzudecken, die zu Ausgrenzung, Ausbeutung und Rassismus führen. Was machen wir aber, wenn uns dabei hier in Kassel immer wieder dieselben Namen begegnen, die auf z.T. hohen politischen Ebenen oder als reiche Mäzene vor Ort ihre Missbrauchtätigkeit oft über Jahre ausgeübt und etabliert haben. Was machen wir, wenn keiner dieser mächtigen Damen und Herren noch ausreichende Interessen daran hat unsere Demokratie zu schützen, sondern ausschließlich auf ihrer Missbrauchsmacht besteht, ja uns noch Solidarität, Perspektiven und Beweise ihres persönlichen Einsatzes für demokratische Strukturen vorspielt?? Ohne Abwahl dieser Menschen, die das Grundgesetz nicht mehr kennen wollen, werden wir in Deutschland wohl nichts erreichen. Diese kann es aber nur geben, wenn viel mehr Menschen unabhängig von der verdeckten Wahlwerbung in den Medien, die diese Mächtigen ja besitzen und manipulieren, dafür eintreten, dass ein System- und Machtwechsel möglich wird.

10.07.2017 In mehreren Treffen wird deutlich, dass wirklich jeder und jede, die in Kassel arbeiten und von öffentlichen Geldern abhängig ist oder für die Stadt arbeitet, schweigen muss, um den eigenen Job zu erhalten. Mit unerbittlicher, unmenschlicher Härte geht die Stadt gegen die vor, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Missstände aufdecken, die dem Gemeinwohl schaden. So hatte eine Mitarbeiterin des Revisionsamtes in Kassel nach 30-jähriger treuer Mitarbeit auf dem Dienstweg dem damaligen Oberbürgermeister der Stadt Kassel mitteilen lassen, dass eine Kollegin in ihrer Dienstzeit über einen längeren Zeitraum die Doktorarbeit der Vorgesetzten niederschrieb. Nachdem monatelang auf wiederholtes Nachfragen keine Reaktion erfolgte, informierte die Mitarbeiterin die Parteien. Dafür wurde sie nicht nur mehrfach von der Stadt verklagt, sondern musste den Rest ihrer Arbeitszeit im Amt in einem separaten Raum ohne sinnvolle Arbeit verbringen. Sie wurde vor Gericht zwar freigesprochen, aber der mitmenschliche Schaden für das Gemeinwohl ist extrem. Denn jetzt weiß jeder, jede Mitarbeiter*in der Stadt Kassel, das demokratische Regeln hier nicht gelten. Für die darauf folgenden Wahlen wirkte sich dies aber nur in einem geringen Minus aus. Haben die Bürger*innen kein Verantwortungsbewusstsein mehr? Schlittern wir systematisch auf allen Ebenen der Gesellschaft in faschistoide Strukturen hinein ohne uns des Ausmaßes unseres Versagens bewusst zu werden? Gibt es in Kassel überhaupt noch eine Chance Demokratie zu reinstallieren?

17.06.2017 Zwischenbemerkung: Dirk Schwarze ist tot. Er hatte als Kulturredakteur, Mitglied der SPD und Vorsitzender in Documentaforum  und diversen anderen Gremien eine Entscheidungsgewalt und großen Einfluss darauf, wer in Kassel als Künstler*in gelten durfte und wer ausgeschlossen war. Über 30 Jahrzehnte beeinflusste er so die Kasseler Kunstszene und sorgte dafür, dass viele, vor allem weibliche Künstler keine Chance bekamen, und dass neue junge Journalisten sich an diese politisch initierten Regeln halten mussten. Er wird jetzt mit besonderen Ehren verabschiedet, natürlich von den hier allumfassend herrschenden SPD-Kadern, die den Niedergang unserer lokalen Demokratie über Jahrzehnte systematisch verfolgt und umgesetzt haben. So sind viele perverse Kulturpolitiker*innen nachgewachsen. Es wird sich also von offizieller Seite nichts ändern. 

8.06.2017 Der d14-Künstler PopeL lässt in seiner Whispering Campaigne vor dem Fridericianum eine Stimme flüstern: "Ignoranz ist eine Tugend." Für Kassel stimmt das auf jeden Fall. Denn hier setzt sich sehr selten jemand für Fairness gegenüber anderen ein.Vielmehr ist es üblich zuzuschauen, wenn andere Menschen von etwas ausgeschlossen werden, oder man macht dabei möglichst heimlich aktiv mit. PopeL will mit seinem Kunstwerk natürlich provozieren. Er trifft hier allerdings genau ins Schwarze. Wir fragen uns in der Diskussion, ob dieses Verhalten nur in Kassel so schlimm ist oder ob es sich hier um eine Entwicklung in Deutschland oder gar ganz Europa handelt. Degenerieren die westlichen Gesellschaften auf diese Weise? Zerstören sie so ihre eigenen Grundlagen? Haben wir von Politikern nur noch skrupellose Ignoranz zu erwarten? Welche Strategien wirken dem entgegen?  Der Verlust der sozialen Solidarität ist der Verlust des Menschseins, sowohl die Einzelbeziehungen betreffend als auch die in staatlichen, beruflichen, nachbarschaftlichen oder städtischen Zusammenhängen.


15.05.2017
Erste Rückmeldungen ergeben, dass es an vielen Stellen in Kassel brennt, weil das Schweigen zu Veternwirtschaft und Ausgrenzung auch deshalb so massiv ist, weil viele um ihre Privilegien und ihren Job fürchten müssen, wenn sie öffentlich reden. Immer geht es um Schaden, den die machthabende Partei angerichtet hat. Wir werden also möglicherweise die Bedingung für die Aufnahme in die Society aufstellen müssen, dass SPD- und Grünen-Mitglieder draußen bleiben müssen. Jedes Mitglied wird eine Erklärung abgeben müssen, dass sie keiner der beiden Parteien angehört, damit sich die Mitglieder sicher fühlen können.