Society for recreating democracy in Kassel - an open society for cultural participation and inclusion
- as a part of a parliament of bodies, which the d14 developed as a tool of reinstalling democracy.

Gesellschaft für kulturelle Teilhabe in Kassel - ein Blog der Carottenkollektivgruppe (Alfa68, Bert, Eugen, Rabicca, Ralf, Reb, Regula, Sophia, Wolf, Zafie u.a.)

Wir müssen Gegenmächte bilden in einer seit Jahrzehnten immer stärker werdenden Exklusion von Künstler*innen und Kulturschaffenden in Kassel. Wenn private Kräfte bestimmen, wer an Gruppenausstellungen teilnehmen darf, wer öffentliche Räume für Aktionen und Kultur nutzen darf, dann bestimmen im Hintergrund die Geldgeber und die stärkste Partei in Kassel, wer hier Zugehörigkeit erleben darf und wer ausgeschlossen wird. Der erste Tabubruch muss das Brechen des perversen Schweigens sein, welches wie ein Bleimantel die freie Kommunikation in Kassel verhindert. Documentaforum, Stadtvertreter, Verwalter von Kunsttempel und anderen lokalen Ausstellungsorten, Atelierrundgängen usw. verweigern vielen Bürger*innen und Künstler*innen dieser Stadt die aktive Teilhabe. Die völlig subjektive, durch Machtmissbrauch bestimmten Entscheidungsstrukturen dieser Stadt zerstören auf Dauer das gesunde Funktionieren der Stadtgesellschaft. Die seit vielen Jahren festgefahrene, politisch gewollte institutionalisierte Gewalt gegen Künstler*innen widerspricht dem Bild einer Kulturhauptstadtbewerbung. Und sie widerspricht last but not least dem Grundgesetz, welches den Verantwortlichen nicht mehr als Leitlinie dient. Dieser Verrat an unserer Kultur ist in Kassel flächendeckend und wird durch Schweigen manifestiert.
Was können wir dem entgegensetzen? Welche langfristigen Strategien können wir verfolgen, um die Maske des Schweigens zu brechen und einen Keil in diese Gewaltstrukturen zu treiben? Wie erlangen wir weitere detaillierte Kenntnis von den Missbrauchsstrukturen der wenigen lokalen Multimillionäre/ -Milliardäre und wie entlarven wir deren durch die lokalen Medien unterstützten Vorgehensweisen? Was setzen wir diesen entgegen? Wie schaffen wir eine neue Basis für Kooperation und Teilhabe in Kassel? Wer beteiligt sich?

17.09.2019 Mirl Redmann und Roland Krieg haben in der hiesigen Tageszeitung einen intelligenten Leserbrief zum umstrittenen Standort des Obelisken von Olu Oguibe veröffentlicht (17.09.): "Es ist unverständlich, warum die Schuld für das drohende Scheitern der Verhandlungen um 'das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument' von Politik und Medien fast einhellig beim Künstler gesucht wird. Die Kommunikation des Künstlers war von Anfang an klar und eindeutig. Sein komplexer Kompromissvorschlag, der den Standort des 'Obelisken' an den Standort des documenta.Instituts bindet, wurde von Politik und Medien jedoch auf uns unverständliche Art und Weise verkürzt. Weder ist die Standortfrage des documenta-Instituts verbindlich beantwortet, noch ist Oguibe an irgendeinem Punkt davon abgewichen, dass das Monument jenseits dieses Vorschlages nur in Zusammenhang mit dem Königsplatz gesehen werden kann. ..... Die Vielzahl der vorgeschlagenen 'Alternativstandorte' für den 'Obelisken' hat eins gemein: Es fehlt ein grundlegendes Verständnis für die Komplexität des Kunstwerks oder für den vom Künstler vorgeschlagenen Kompromiss...... " Ja, so möchte man hinzufügen: Diese Komplexität geht in die vereinfachte politische Denke der machthabenden Parteien nicht hinein. Leider ist dies eine Folge der über Jahrzehnte betriebenen Inkompetenz von Politiker*innen, die zeitgenössische Kunst nur als Anlass zur Selbstbespiegelungsmittel begreifen. Und letztere funktioniert in Bezug auf den "Obelisken" halt einfach nicht, weil er genau für das steht, was Machtpolitik ablehnt: Die Dezentralisierung von Macht und für Mitmenschlichkeit, auf der unsere Demokratie eigentlich fußen sollte.

01.09.2018 Die Methode der Nordhessischen SPD-Herrschaft: Auf Anfragen wird einfach nicht geantwortet. Demnächst eröffnet wieder eine Ausstellung im hessischen Ziegeleinmuseum in Oberkaufungen. Von uns hatten sich dafür auch Künstler*innen beworben. Aber sie erhielten von Frau Backhaus keine oder absichtlich viel zu späte, pervers gemeinte Antworten, die einer Ablehnung gleichkommen. Stadt und Landkreis sind sich einig, dass sie die Werke von bestimmten parteinahen Kunstpädagog*innen  ausstellen (z.B. Gudrun Hofrichter), andere hochkopetente Künstler*innen aber ausgrenzen. Das wäre als subjektive inkompetente Aktion ja noch zu verstehen, denn es gibt sie nun mal, diese Veternwirtschaft. Dass aber Menschen durch Nichtantwort herabgesetzt oder durch absichtsvolles herablassendes Fehlverhalten degradiert werden, ist nicht hinnehmbar. Denn die Würde des Menschen wird dadurch verletzt. Solches Verhalten führt langfristig zu dem Hass und der Gewalt, die die Parteien in Deutschland seit Jahrzehnten fördern, wenn auf dem Papier von Demokratie und Sozialität die Rede ist, aber im Hintergrund nur dekadentes demokratiefeindliches Verhalten vorherrscht.

29.08.2018 Am 15.8. 2018 starb Gert Hausmann, der in Kassel als Fotograf zwölf Jahre lang zahlreiche Kulturveranstaltungen dokumentierte. Die heutige Anzeige in der lokalen Tageszeitung zeigt die Unterschriften all derer, die die politische Macht in Kassel inne haben und seit Jahrzehnten politische Ausgrenzung von Künstler*innen in Kassel betreiben. Hausmann war Teil dieser "Kulturszene", die sich anmaßt zu wissen, wer dazugehören darf und wer als Kulturschaffender ausgeschlossen ist. Einmal mehr zeigt sich, dass in Kassel Parteien Zweckgemeinschaften zur Protegierung von einzelnen Kulturmacher*innen sind, die akribisch dafür sorgen, dass kein Gemeinwohldenken aufkommt. Demokratisches Denken, die Würde des Menschen, auch seine Berufswürde, sind nicht Ziel dieser Politklasse, die sich von Millionär*innen protegieren lässt. Über die Wirkung solcher verantwortungslosen Haltungen hat keiner dieser Akteure nachgedacht. Sie sind Teil eines Machtmissbrauchssystems, zu dem bei allem Verständnis für seine Person auch Gerd Hausmann gehörte. Trotz seines freundlichen Auftretens hat er sich an der aktiven, schweigenden politischen Ausgrenzung von Künstler*innen in Kassel beteiligt. Tragisch auch, dass ihm in der Zeitung ein ausführlicher Nachruf gewidmet ist, obwohl die für die Kasseler Kunstszene wesentlich verdienstvoller Kunsthistorikerin Doris Krininger, die im Juli starb, kaum Erwähnung fand.  Wie schade!

18.08.2018 Der Friedensnobelpreisträger Kofi Annan ist tot. Er hat sich als Generalsekretär der Vereinten Nationen viele Jahre für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung und für Frieden eingesetzt. Im Kampf gegen Steuerflucht, Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen fand er immer wieder prägende Worte: "Wenn etwas Unrecht ist, dann ist es für alle Unrecht." "Wir haben die Mittel und das Vermögen, unsere Probleme zu lösen, wenn wir nur auch den politischen Willen dazu haben." Leider krankt es genau an dieser Einstellung, die alle Politiker*innen haben sollten, in Deutschland und Kassel ganz besonders. Bestehende Probleme anzugehen, sachliche Kritik nicht pervers abzuwehren und sich nicht durch Ignoranz zu profilieren, dass wäre die Aufgabe, die Regierende erfüllen müssten, wenn sie sich für uns Bürger*innen einsetzen würden. Aber entweder ist die persönliche Raff- und Machtgier dieser Leute zu groß oder ihr geistiger Horizont reicht einfach nicht weiter als zu Stammtisch-Repräsentation und verlogener Schaurednerei. Diese Leute bezeichnen Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, als Gutmenschen und werten damit alles ab, was Demokratie und Fortschritt für alle Menschen sein könnte.

07.08.2018 "Natürlich ist es auch in Dänemark nicht einfach alt zu werden, aber es geht würdevoller." Die Sendung Panorama im NDR zum Pflegenotstand in Deutschland am heutigen Abend. Dieser würdevoller Umgang mit Menschen, die in Dänemark im Alter alle eine Einheitsrente erhalten, egal wie lange sie gearbeitet und eingezahlt haben, diese Würde, die auch im deutschen Grundgesetz verankert ist, wird bei uns in perfider Weise dem Sparwahn und der Profitmaximierung geopfert. Deutschland fördert Profitgier und Altersarmut, das Pflegestufensystem belohnt die Bettlägerigkeit, nicht den Erhalt der Selbständigkeit. Der Beitrag zeigt, dass ein Heim der Diakonie in Lindau am Bodensee, auch eine Tagespflegeeinrichtung dann menschenwürdig wirtschaften können, wenn KEIN Profitdenken bei den Betreibern besteht, sondern nur auf eine Kostendeckung hin organisiert ist. Es geht also! Solange Krankenhäuser, Altenheime und andere soziale Einrichtungen einem unerfüllbaren Sparzwang und der Profitgewinnung unterliegen, wird es menschenwürdige Pflege nicht geben. Wann wird Deutschland hier eine dringend notwendige Kehrtwende vollziehen? Zur Zeit ist die Würde des Menschen in Deutschland antastbar.
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/Ist-die-Pflege-noch-zu-retten,sendung815724.html

13.07.2018 Francoise Gilot zitiert Pablo Picasso: "Warum sagte Platon, die Dichter sollten aus der Polis verjagt werden? Genau deshalb, weil jeder Dichter und jeder Künstler ein antipolitisches Wesen ist. Nicht, dass er so sein möchte; aber er kann nicht anders. Natürlich hat der Staat - von seinem Standpunkt aus - das Recht, ihn davonzujagen, und falls er ein wirklicher Künstler ist, weiß er auch, dass es für ihn keine Anerkennung geben kann, denn zugelassen, verstanden, genehmigt zu sein, würde für ihn bedeuten, dass seine Arbeit ein Gemeinplatz, also wertlos, geworden ist. Alles Neue, alles was der Mühe wert ist, geschaffen zu werden, kann nicht anerkannt werden, denn die Leute haben einfach nicht den Blick für die Zukunft. Also ist dieses Gerede von der Befreiung der Kultur absurd. Man kann Kultur in einem sehr allgemeinen Sinn verteidigen, wenn man damit das Erbe der Vergangenheit meint; doch das Recht auf freien Ausdruck ist etwas, das man sich nimmt, nicht etwas, das einem geschenkt wird." (
Gilot, F.: Leben mit Picasso. Frankfurt/ München 1965, S.186)
Trotz des Würgegriffs der Ausgrenzung, des Totschweigens durch Politiker*innen und Medienmogule muss es in Deutschland viele solche Künstler*innen geben, die wir nie zu Gesicht bekommen, die sich das Recht auf einen freien künstlerischen Ausdruck nehmen, ohne sich politisch einzufädeln und dem Kunstmarkt zuzuarbeiten. Aber müssen sie deshalb "antipolitisch" sein? Die Tendenz, die Picasso Mitte des 20. Jahrhunderts anspricht, gibt es sicherlich auch heute noch, aber wäre eine zeitgenössische Kunst, welche die historischen Kunstbegriffe überwindet nicht gerade heute auch politisch? 

30.06.2018 Heute meldet die Tageszeitung, dass die Kasseler Kunsthistorikerin Doris Krininger mit nur 64 Jahren gestorben ist. Sie war schon länger krank gewesen und nur noch selten im Stadtteil erschienen. Nun steht ein kleiner Artikel drin, der sie würdigt. Ja, die SPD hat ihr Mitglied immer dabei unterstützt für die Kulturszene zu schreiben. Sie war für alle von der SPD geförderten Künstler*innen eine große Unterstützung, aber sie war auch Teil der Ausgrenzungspolitik der Stadt, denn sie durfte nicht über alle Künstler*innen schreiben und war deshalb eben nicht eine freie Kritikerin der Szene. Eng verbunden mit den politisch gewollten und geförderten Kunstprojekten und Galerien war es ihr nicht möglich wirklich objektiv zu bleiben. Trotzdem gebührt ihr die Anerkennung für ihren Einsatz in der Kulturszene, der in Kassel ohne parteiliches Korsett eben nicht zum Tragen kommen kann. Als freie Kunsthistorikerin ohne Doktortitel und besonders auch als Frau ist es in Kassel besonders schwer beruflich zu bestehen. An ihrem Einsatz hat es jedenfalls nicht gefehlt.

26.06.2018 Wir betreiben seit einiger Zeit systematische Recherche zu den Verflochtenheiten der Geld- und Politelite in Kassel. Die Ergebnisse sind so erschreckend, dass wir sie im Einzelnen hier nicht veröffentlichen wollen, um unsere Integrität als Gruppe nicht zu gefährden. Fakt ist jedenfalls, dass den Bürger*innen in Kassel über Medien und bewusstes Verschweigen wesentliche Machteinflüsse einfach verschwiegen werden. Demokratie erscheint auf diesem Hintergrund als reine Farce. Wenn das in anderen Städten in Deutschland auch so ist, dann sieht die demokratische Zukunft dieses Landes düsterer als wir es uns je hatten vorstellen können.

13.05.2018 Wir befassen uns mit Hanna Arendt und dem neuen You Tube Film "Die Pflicht zum Ungehorsam". Hier wird deutlich, was zur nationalsozialistischen Katastrophe geführt hat. Arendt bescheinigt Eichmann und den 80 Millionen Deutschen einen Idealismus, der bereit war alles und eben auch jede Zahl von Menschen für ihre Ideen zu opfern. Aber ihm sei eine Unfähigkeit sich auszudrücken und zu denken eigen gewesen, die ihn unfähig machte sich irgendetwas aus der Sicht anderer Menschen überhaupt vorzustellen. Das heißt aber, er war ein Narzisst, von denen wir in den letzten 20 Jahren eine zunehmende Zahl von Menschen in den höheren Positionen der Gesellschaft vorfinden. Arendt sagt, das "80 Millionen Deutsche gegen die Wirklichkeit und ihre Faktizität durch genau die gleichen Mittel abgeschirmt waren, durch die gleiche Verlogenheit und Dummheit, durch die gleichen Selbsttäuschungen". "Das Böse ist ein Oberflächenphänomen. Wir widerstehen dem Bösen nur dann, wenn wir nachdenklich bleiben, d.h. indem wir eine andere Dimension erreichen als die des alltäglichen Lebens. Je oberflächlicher jemand ist desto eher wird er sich dem Bösen ergeben. Das ist die Banalität des Bösen. Ein Anzeichen für eine solche Oberflächlichkeit ist der Gebrauch von Klischees ..." Und finden wir diese Oberflächlichkeit nicht auch bei den Politikern unserer Stadt, wenn sie vielen von uns Künstler*innen keine Teilhabe an Ausstellungen oder in den Kulturprojekten erlauben? 
Dass es das institutionalisierte Böse in einer Demokratie gibt, zeigen die nun 30 Jahre alten Erfahrungen in Kassel. Die oberflächlichen und machtorientierten und die nur in der Alltagsignoranz versinkenden Menschen dieser Stadt wollen es nur nicht zur Kenntnis nehmen. Die Banalität des Bösen ist tief in dieser Gesellschaft verankert. Sie wird durch die Unfähigkeit zu klarem Denken und durch machtpolitische Ignoranz zementiert.


09.05.2018 Natürlich hat sich auch auf dem nächsten Kulturpolitikertreffen nichts geändert. Wir müssen damit leben, dass Susanne Völker sich brav den Machenschaften dieser Stadtpolitik unterwirft, oberflächliche Falschaussagen macht und dem Regime treu bleiben wird. Schade, dass sich die Stadtmächtigen für so allmächtig halten und nicht einmal auf der untersten kulturpolitischen Ebene Teilhabe für alle Künstler*innen zulassen wollen. Es fehlt an etwas Grundlegendem: Dem tätigen Bekenntnis zum Grundgesetz und dem damit verbundenen guten Willen eine gemeinsame Basis für alle Bürger*innen dieser Stadt zu schaffen.

21.04.2018 Wir haben ausgiebig gelacht! Drei Leute hatten sich als ehemalige "Chorist*innen" der documenta 14 bereit erklärt noch einmal kostenfreie "Spaziergänge" zur zeitgenössischen Kunst und dem "Obelisken" anzubieten. Kulturnetz und documentaforum hatten sogar einen Flyer entworfen und verbreitet. Auch die öffentliche Diskussion zum Obelisken am 13.04. im Stadtteilzentrum Vorderer Westen war mit ca. 130 Interessierten gut besucht. Die lokale Presse hatte sogar einen erstmals recht sachlichen Artikel dazu veröffentlicht, aber weder auf dem kulturpolitischen Forum noch in der HNA durften die Personen genannt werden, die die Spaziergänge anboten. Heute nun steht doch eine drin. Die allerdings ist anerkanntes SPD-Mitglied, abgesprochenerweise am Schluss eingeplant. Die anderen waren es nicht und sind deshalb "gleicher". Armes Kassel!

11.04.2018 Am 5. und 6. Mai ist wieder Atelierrundgang in Kassel, der vom Kulturamt und von von der Zippel-Stiftung gefördert wird. Angeblich sind es 80 "professionelle" Künstler*innen, die dort ausstellen dürfen, Namen sind noch nicht genannt. Aber natürlich werden von Frau Thieleke und ihren "Kuratoren", die alle zur Politszene der Stadt gehören nur die Künstler*innen zugelassen, die entweder Mitglieder der herrschenden Parteien sind oder Angehörige haben, die Mitglieder sind. Auf der Liste der dauerhaft zugehörigen sind jedenfalls viele, die entweder keine regelmäßige Kunstproduktion vorweisen können oder längst nichts mehr machen, auch sind nicht alle Profis. Aber man hält zusammen und ist stolz andere Profis von der Teilhabe ausschließen zu können. So wertet man sich auf. Nun, das ist kein Aushängeschild für Kassel, sondern zeigt nur, wo die Kulturpolitik hier steht: Kein Wandel, sondern Verweigerung von Teilhabe auf der untersten Kulturbeteiligungsebene. Wer aber in einem permanenten Kunstschaffensprozess steht, wird - wie schon seit Jahren die Praxis - einfach wieder zur selben Zeit sein Atelier aufmachen und das mit einem Banner kennzeichnen. Wir versichern: Es funktioniert! Den Besucher*innen geht es natürlich nicht um den Politscheiß, sondern um das Sehen aktueller Kunst in dieser Stadt. Nur die armen Politiker*innen und ihre Vasallen sind stolz auf ihre perverse Ausschluß- und Machtpolitik.

03.04.2018 Wir hatten erregte Diskussionen über die Kulturhauptstadtbewerbung, die von Herrn Geselle und seinem Magistrat abgesagt wurde, dies obwohl dazu Ende April noch eine Bürgerversammlung stattfinden sollte. Demokratische Strukturen, die die Bürger dieser Stadt wirklich einbinden, sind das jedenfalls nicht. Und doch hat der Magistrat ja in sofern Recht, dass Kassel den Titel niemals bekommen hätte solange Ausgrenzung und Hass gegen einzelne Kulturschaffende das kulturelle Leben mitbestimmen. Wir erwarten, dass auch die neue Kulturdezernentin Völker an diesen über Jahrzehnte praktizierten Spaltungsmethoden durch die bestehende Veternwirtschaft nichts ändern wird. Sie wird sich sicher brav anpassen und lernen, dass man hier nur an der Macht bleiben kann, wenn man beim Machtmissbrauch und bei Ausgrenzung mitmacht.

15.03.2018
Heute haben wir uns nach dem 3. Kulturworkshop des Kulturamtes der Stadt Kassel getroffen. Es ist ein hervorragendes Konzept für Kassel als einer wandlungsfähigen, an Teilhabe für alle Kulturschaffenden interessierten zukünftigen Kulturhauptstadt entstanden. Natürlich wird auch die Hoffnung auf echte Umsetzungen geschürt. Leider sind es hauptsächlich Politiker*innen der herrschenden Partei, deren Kommentare beklatscht werden. Wenn das Parteimitglied Karsten seine persönlichen Projekte gleich mehrfach vorstellt, wird ebenfalls Beifall laut und umfangreich Redezeit zur Verfügung gestellt. Das neue Projekt der Chorist*innen aus Kassel für die freie Bürgerdiskussion zum Obelisken von Ole Oguibe wird dagegen schnell als "Werbung" durch Zwischenrufe abgewürgt. Dieses Messen mit zweierlei Maß ist die Ursache für die Skepsis, die viele Kulturschaffenden gegenüber dem Kulturamt haben. Am Ende, so müssen wir befürchten, bestimmt wieder die machthabende Partei, was Kultur ist und wer als Kulturschaffende(r) teilhaben darf. Jedenfalls dürfen weiterhin "Parteikünstler*innen" Kulturveranstaltungen organisieren und Vorstandsposten in den parteikonformen Kulturvereinen bekleiden, die seit Jahrzehnten parteipolitisch selektieren. Sollte sich daran wirklich etwas ändern, werden wir das in Kassel sofort merken .....

14.03.2018
Gestern war Jour fixe vom documentaforum in Kassel. Es waren 5 Chorist*innen von der d14 da. Thema war die kontroverse Diskussion über den Verbleib des Kunstwerks von Olu Oguibe auf dem Königsplatz. Das Kunstwerk der d14 hatte haarsträubende Kommentare in den lokalen Medien ausgelöst. Jetzt wurde sachlich und kunstwissenschaftlich fundiert in kleiner Runde diskutiert. Dadurch wurde die Vielschichtigkeit des Werkes noch einmal sehr deutlich. Denn gerade die Kontroversen eines postkolonialistischen Denkens, die sich in den Medien äußern, sind das, was erklärtes Ziel des Künstlers ist. Hier hat das Veternwirtschaftssystem von Kassel dringenden Nachholbedarf. Nur zum Vergleich: Der Himmelsstürmer hatte für 690 000 DM im Jahr 1992 seinen endgültigen Platz vor dem Kulturbahnhof gefunden. Die Herstellungskosten sind in 2018 also etwa gleich. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Oder wird Oguibe dafür bestraft, dass die documenta gGmbH ein Defizit erwirtschaftete? Uns ärgert vor allem, dass die Tageszeitung und die Lokalpolitiker*innen so unsachlich diskutieren. Zugleich buttert die Stadt Kassel jährlich Millionen von Euro in den Regionalflughafen Kassel-Calden (Sie hält 13% Verlustbeteiligung von 326 Millionen Euro!) und stopft einem Großunternehmer aus Kassel per Vertrag Dauermieten für ungenutzte Flüchtlingsunterkünfte in den Rachen. Für das "Rudel" von Beuys wurden seinerzeit sogar 16 Millionen DM gezahlt. Warum soll Olu Oguibe jetzt so viel schlechter bezahlt werden? Aus unserer Sicht müssten 500 000 Euro schon drin sein. Alles andere ist demütigend. Werden die Großunternehmer, die auch in Kassel Euromillionen am Staat vorbei ins Ausland transferieren, wenigstens hier ihren Beitrag leisten?


04.03.2018 Wir diskutieren erregt, ob ein Beitritt zur AFD sinnvoll wäre, um die Ausschlusspolitik in Kassel zu stoppen oder wenigstens einzugrenzen. Regula Rickert hatte die herrschenden Parteien der Stadt Kassel und der Landesregierung angeschrieben, um den politischen Missbrauch an der Kultur in Kassel öffentlich zu machen, aber die AFD ausgelassen (dies aber später nachgeholt). Tatsache ist: Das Kulturamt der Stadt Kassel unterstützt Ausgrenzerinitiativen: Wolfgang Korz von Kunst- und Kulturrundgang Vorderer Westen, Atelierrundgang von Karin Thielecke, Thomas Göbel, und ihren "Beiräten" Stefan Bast, Harald Kimpel, Milen Krastev, Judith Rozsas,  Lutz Freyer, Margrit Gehrhus, Nils Klinger, Axel Kretschmer, Ruth Lahrmann, Rana Matloub, Andrea Müller-Osten, Liz Mülleneisen, Christine Reineckens, Carola Ruf, Wolfgang Korz. Genau wie das documentaforum mit Jörg Sperling, Regina Oesterling, Volker Schäfer, Jörn Buddesheim, Horst Schween, Miki Lazar und Lutz Freyer. Auch Friedrich Block vom Kunsttempel und die Leute vom Kunstbalkon. Das sind die von der SPD ausgesuchten Mitglieder in Kassel, die der Teilhabe für würdig befunden werden. Das ist unser Stand der Kulturpolitik in Kassel. Am 15.3. ist ein nächstes Treffen zur neuen Kulturkonzeption in Kassel. Dass die Ausgrenzungspolitik weitergehen soll, zeichnet sich aber jetzt schon ab.


02.02.2018 Gestern fand ein 2. Treffen zur geplanten neuen Kulturkonzeption der Stadt Kassel im Südflügel des Kulturbahnhofs statt. Im Vorfeld waren dazu Vertreter der Kulturszene, besonders die von der Stadt und dem Kulturamt geförderten Kunst- und Kultureinrichtungen waren eingeladen. Kommunale Kulturpolitik wird für Kassel in den nächsten Jahren deshalb wichtig, weil man sich für den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025" bewerben möchte. Dort zeigten sich natürlich auch die Lokalpolitiker*innen, die in Kassel Künstler*innen ausgrenzen und über Jahre systematisch die Teilhabe an Ausstellungsmöglichkeiten für Künstler*innen veternwirtschaftlich fördern, z.B. der Leiter des kleinen Kunsttempels Dr. Block und für das Documentaforum Lutz Freyer. Ob die Stadt hier wirklich eine neue, an Teilhabe und Bürgerschaftlichkeit orientierte Kulturoffensive starten möchte?? Wir werden es sehen. Im Einzelnen wurde immer wieder Stimmen laut, die sich freundlich und höflich Teilhabe wünschten. Das für die Kulturhauptstadtbewerbung 2010 gegründete Kulturnetz mit seinem Künstlerportal Kulturtopografie erhält so wenig Fördergelder, dass es sein Portal kaum mehr aktualisieren kann. Dabei ist dieses Portal das einzige in Kassel, welches sich seit Jahren weigert Ausgrenzungen von Künstler*innen zu betreiben. Und viele Vertreter von bestehenden Kultureinrichtungen klagen, dass sie in Kassel immer wieder unter Ausgrenzungen von Veröffentlichungen leiden. Ein gemeinsames Portal mit einer übersichtlichen App wäre toll! Aber wenn die Stadt hier wieder nur politisch auswählt, wer als Kulturschaffender dort erscheinen darf, dann brauchen wir wirklich kein neues.

05.01.2018 Im neuen Jahr befassen wir uns mit übergreifenden Themen zur Moral 4.0, das heißt zu Fragen der Absolutherrschaft des Geldes, welches schon lange ein totalitäres System mit einer zunehmenden Eigendynamik in Sachen Zerstörung der Demokratie und der im Grundgesetz verankerten Menschenrechte ist. Wie könnte die Geld-Macht-Elite wieder zu moralisch-grundgesetzlichen Grundwerten und zur echter Mitverantwortung für das Gemeinwohl zurückfinden? Wir können Welt-Probleme nicht in solch kleinem Kreise lösen, möchten sie aber in ein Verhältnis zur lokalen Geldaristrokratie setzen, die ebenfalls ausschließlich auf Profit und Profitmaximierung ausgerichtet ist. Wenn das Volk in Deutschland und anderswo, auch in Kassel kein Vertrauen mehr in eine ehrliche Sicherung demokratischen Grundwerte hat, wird sich der Rechtsruck in der Gesellschaft weiter verstärken. Wenn die Werte der  Aufklärung, Toleranz, Freiheit, Offenheit, auch Wahrhaftigkeit, Fairness und Gerechtigkeit keine Lobby mehr haben, wohin entwickeln wir uns dann? Kein Gesellschaftssystem kann ohne moralisch-ethische Grundwerte auskommen ........

27.12.2017 Und wie machen diese Leute das? Ein Beispiel: Trotz mehrfacher Eintragung in eine vom documentaforum ausgelegten Liste zur Eintragung in den Emailverteiler für Einladungen zu Veranstaltungen, werden manche Namen immer wieder selektiert und ausgestrichen. Dies findet möglicherweise in allen von der Stadt-SPD geförderten Vereinen statt, ist bisher aber noch nicht vollständig nachweisbar. Ein Recht auf Information durch Vereine hat natürlich niemand. Es ist aber der Beginn einer Spaltung der lokalen Gesellschaft in unerwünschte und erwünschte Interessenten. Und wenn diese von einer Partei flächendeckend geplant ist, dann wäre dies möglicherweise ein Verstoß gegen das Grundgesetz. Es geht auch nicht allein um Rechte, sondern um die systematische Zerstörung von offenen, vertrauenserweckenden Beziehungen zwischen den Menschen einer Stadt, die aus Machtmissbrauchsgründen vorangetrieben wird. Nun, das Jahr neigt sich dem Ende zu. Erfahrungsgemäß werden da von den Offiziellen immer große Worte gemacht. Wir verabschieden es mit einem Zitat von Ulla Hahn aus ihrem neuen Roman "Wir werden erwartet": "Etwas schön reden. Sich etwas einreden. Sich in etwas hineinreden. Groß reden. Alles groß und schön, kräftig und stark reden. Als wüchsen dann die Dinge den Wörtern hinterher. Doch die Dinge folgen den Wörtern nicht. Die Ereignisse nicht den Entwürfen. Mit den Jahren, dachte ich, ist sie immer größer geworden, die Kluft zwischen Ding und Wort. dem Versprechen und seiner Einlösung. Anfangs liefen die Dinge den Wörtern noch hinterher. Wollten Wort halten. Das Wort erreichen. Dann aber warteten die Wörter nicht mehr auf ihre Einlösung. Sie wurden immer größer, die Dinge immer kleiner. Die Dinge schienen unter den Wörtern zu schrumpfen. Das Konkrete unter dem Abstrakten zu verwittern. Bis sich schließlich das Umgekehrte des Gewollten einstellte. Was man aber nicht wahrhaben wollte. Nicht wahrhaben durfte. Also floh man in immer größere und abstraktere Worte. Eine Flucht, die in die Lüge führte. Der Rest war Schweigen. Totschweigen."
20.12.2017 Was meinen wir mit neofaschistoid? Die folgenden faschistoiden Merkmale sind bei der lokalen SPD zutreffen: Mit Hilfe von Personenkult, Massenpopaganda, Falschinformation und Verschweigen werden systematisch und über lange Zeiträume schrittweise Zugehörigkeits- und Teilhabemöglichkeiten von Bürger*innen abgebaut, Pressefreiheit manipuliert (HNA-Monopol = SPD plus Multimillionäre), und eine Diktatur der lokalen Wirtschaftsmonopole ausgedehnt. Nicht erfüllt ist natürlich das Merkmal der Militär- und Polizeiprogrome.

14.12.2017
Am 12.12. stelle die neue Professorin für Kunstvermittlung der Kunsthochschule Kassel, Nora Sternfeld, ihre Überlegungen zum neuen Konzept eines Documenta-Museums und der Zusammenarbeit der bestehenden Institutionen im Documentaforum vor. Die Chorist*innen der d14 waren eingeladen. Drei unabhängig voneinander arbeitende Säulen sollen die Forschungs- und Vermittlungsarbeit zu documenta in Kassel tragen. Documentaarchiv, transdisziplinäre Forschung und Kunstvermittlung sollen als jeweils unabhängige freie Einrichtungen miteinander kooperieren, finanziell und rechtlich unabhängig voneinander arbeiten, und als freie Einrichtungen kooperieren. Wie können wir etwas lernen, was wir nicht schon wissen, war ihre provokativ-innovative Frage. Möglicherweise soll es einen Verein geben, der unabhängig von der documenta gGmbH arbeitet. Nach welchen Regeln soll Partizipation eingeladen werden? Wie entsteht ein experimenteller Raum für Forschung und Kunstvermittlung? Können künstlerische Antworten auf das Documenta-Archiv eingeladen werden? Im illustren kleinen Kreis von ca. 25 Teilnehmern begeisterte Nora mit ihrer frischen, hoch differenzierten Rede. Nun weiß man ja, dass vom Documentaforum, welches nur noch sehr wenige Mitglieder zählt und auch um finanzielle Unterstützung ringt, in Kassel nur wenig gemeinschaftsbildende Wirkung ausgeht. Die Vorstandsmitglieder Jörn Buddesheim, Regina Österling, Lutz Freyer, Miki Lazar, Horst Schween, Volker Schäfer und die neu hinzugekommene Gila Kolb vertreten eine systematische Ausgrenzungspolitik von Kunstschaffenden in Kassel, wie sie durch die Stadt-SPD vorgegeben ist. Sie machen auch vor böswilligen Ausgrenzungen in öffentlichen Medien wie facebook keinen Halt und schaden damit der Kulturentwicklung in Kassel seit vielen Jahren nachhaltig, wie dies schon die Vorgängergeneration des Vereins getan hatte. Der innovative Ansatz von Dr. Nora Sternfeld fällt hier auf schlechten Boden. Aber vielleicht schafft sie es ja in neuen Zusammenhängen ein innovatives, von Veternwirtschaft freies Projekt zu initiieren. Es wäre für Kassel ein Gewinn. Sie beschrieb ausführlich am Beispiel der Stadt Wien, wie in Europa zunehmend neofaschistische Strukturen das politische Feld bestimmen. Dem müsse man in der Kultur entgegenwirken. Wie wahr! Nur weiß sie natürlich nicht, dass neofaschistoide Entwicklungen IN den machthabenden Parteien und deren Ausgrenzungspolitik ihre Ursachen hat. Um also in Kassel wirklich eine Wende zur Innovation zu kreieren, müssten diese Kleinkrämer der Lokalpolitik ein Einsehen haben. Das aber ist bisher nicht gewollt.


02.12.2017
Gestern haben wir wieder einmal an einer grotesken Polit-Show teilgnommen. Die gesamte lokale Politschikeria war zur Verleihung de 10. Wistlebowerpreises von IALANA und VDW in Kassel gekommen. Alle Parteien waren vertreten, alle die in Kassel eben gerade nicht für Demokratie und Teilhabe eintreten. Die Ehrung der Whistleblower, des früheren Chefredakteur der türkischen Zeitung Cumhuriet, Can Dündar, sowie von Maria-Elisabeth Klein und Martin Porwoll, die den Apothekenskandal in Bottrop aufdeckten,
ist natürlich eine wichtige und vollkommen richtige Sache! Diese Menschen bezahlten mit massiven persönlichen Nachteilen für ihr Leben dafür, dass sie für die Wahrheit eintraten. Die Politik, die in Deutschland immer noch gegen die Einführung eines umfassenden Whistleblowerschutzgesetzes arbeitet, hat die Preisträger jedenfalls nicht unterstützt. Jetzt aber möchte sie sich für die eigene Selbstbespiegelung profilieren. All jene, die in Kassel zu den katastrophalen Zuständen schweigen, dass z. B. die Teilhabe an Kunstrundgängen nicht allen Bildenden Künstler*innen erlaubt werden, dass Mitarbeiter*innen im Rathaus gemobbt werden und menschlichte Gundrechte über Jahrzehnte in eklatanter Weise verletzt werden, das haben die anwesenden Lokalpolitiker mit ignoranten Schweigen belegt oder heimlich seit Jahrzehnten betrieben. Wie Rousseau es schon 1750 ausführlich beschrieb: Diese Verantwortlichen haben kein moralisches Bewusstsein. Ihre Machtpolitik dient nur den eigenen Vorteilsnahme. Sie wollen und können den Bürger*innen "keine aufrichtige Wertschätzung", entgegenbringen, sondern verlangen mit gleichförmiger Scheinheiligkeit, dass man ihnen ihre Lügen glaubt. Tragisch zu sehen, dass wir Bürger*innen in diesem System wirklich nicht die geringste Chance auf Teilhabe haben und angesichts dieser dekadenten Übermacht auch wohl wenig zum Besseren beitragen können. Versuchen wir es dennoch!

12.11.2017 "Die Gerechtigkeit ist die erste Tugend sozialer Institutionen, so wie die Wahrheit bei Gedankensystemen. Eine noch so elegante und mit sparsamen Mitteln arbeitende Theorie muss fallengelassen werden, wenn sie nicht wahr ist; ebenso müssen noch so gut funktionierende und wohlabgestimmte Gesetze und Institutionen abgeändert oder abgeschafft werden, wenn sie ungerecht sind. Jeder Mensch besitzt eine aus der Gerechtigkeit entspringende Unverletzlichkeit, die auch im Namen des Wohls der ganzen Gesellschaft nicht aufgehoben werden kann. Daher lässt es die Gerechtigkeit nicht zu, dass der Verlust der Freiheit bei einigen durch ein größeres Wohl für andere wettgemacht wird." John Rawls: A Theory of Justice (1971), 1.

31.10.2017 Mittlerweile haben wir uns mehrfach getroffen. Und heute, am 500. Reformationstag denken wir über Demokratie und Wahrhaftigkeit nach. Ist die Wahrheit ein starkes Schwert, das die Mächtigen das Fürchten lehrt, wie Luther sagt? Heute reden wir uns heraus damit, dass es keine allgemeingültige Wahrheit gibt, sondern nur persönliche Wahrheiten. Dann kann ja jeder seiner eigenen Wahrheit folgen. Dann ist der Machtmissbrauch in der Demokratie legitim? Unvermeidlich? In einer Demokratie, die wirklich die Interessen des Volkes vertritt,
- würde an Pflegekräften in Altersheimen nicht gespart, weil die menschenwürdige Behandlung der Alten und auch der Pflegekräfte als hohes Gut Vorrang hätte.
- wachsen Kinder nicht in Armut auf, weil sie unsere Zukunft sind.
- haben alle Bürger die gleichen Chancen auf Job und Karriere, wenn sie sich anstrengen, nicht nur die Söhne und Töchter der Politiker und Reichen.
- hört die Doppelmoral und Altersdiskriminierung gegenüber älteren Arbeitnehmern auf, die ab 50 keinen Job mehr finden, obwohl sie vollständig arbeitsfähig, kompetent, berufserfahren und gesund sind. Wie sollen Menschen für ihre Rente bis ins 67. oder 70. Lebensjahr arbeiten, wenn Arbeitgeber sie nicht einstellen?
- bekommen alle Menschen im Rentenalter ein angemessene, lebenserhaltende Rente, die über dem Sozialhilfesatz liegt.
- werden Menschen, die in Sozial- und Kulturberufen arbeiten, so gut bezahlt, dass sie eine Rente erwirtschaften können. Ebenso werden auch alle anderen Dienstleistungen angemessen vergütet.
- werden zuerst Renten und Notwendigkeiten der Bürger*innen bezahlt, denn die Würde des Menschen ist unantastbar. Erst vom Übriggebliebenen werden neue Museen und Konzerthäuser gebaut.
- In einer Demokratie wird unangemessene Bereicherung bestraft, alle Konzerne zahlen Steuern, Billiglohnverhältnisse sind verboten.
Denn der Kampf um das Überleben, um Chancen in Beruf und Teilhabe führen in einem korrupt gewordenen System zur Radikalisierungen, zum Ruf nach neuen Führern, weil man den Mächtigen keinen Sinneswandel mehr zutraut. Dies führt langfristig zu einer Kriminalisierung und Brutalisierung der Gesellschaft, letztlich dann zu Bürgerkrieg. Die Versuche der Mächtigen, den Bürger*innen Sand in die Augen zu streuen, indem sie durch politisch initiierte Initiativen wie Puls of Europe oder Teilhabekampagnen den Schein erwecken, dass sie etwas ändern wollen, führen zu weiteren Enttäuschungen und zu Vertrauensverlust. Wir brauchen deshalb mehr als alles andere eine neue moralische Grundlage, auf der wir einander wieder vertrauen können. Wahrhaftigkeit, Menschlichkeit und guter Wille müssen sich wieder auszahlen. Alles perverse Verhalten müsste zu Machtverlust führen. Mächtige müssten statt den Schein zu wahren, echten Mut zu Gleichberechtigung und der Förderung der Interessen der Bürger*innen aufbringen. In Kassel und auch in der Landes- und Bundesregierung haben die Politiker*innen das bisher nicht verstanden. Statt dessen haben sie ein System der Veternwirtschaft etabliert, was jeder Demokratie spottet. Daran hat auch der klägliche Versuch einer sich kulturell-politisch links verortenden documenta 14 nichts geändert, weil sie fest in den Händen der Politiker und Geldgeber verankert ist, die als Nicht-Fachleute alles bestimmen, was dort passiert. Sind diese Leute sich der Folgen für die Gesellschaft nicht bewusst? Erinnnern sie sich noch an ihren Auftrag dem Volk zu dienen?

14.09.2017
Wenn die Scheindemokratie systematisch zu einem neofaschistisches System wird, in dem nur noch die angemessen bezahlt werden, die zu den bestehenden Verbrecherstrukturen schweigen, wenn die vielen Namenlosen dies zulassen und sich niemand mehr für ein gemeinsames System der Gleichberechtigung und Teilhabe einsetzt, dann ist die Demokratie eine tote leere Hülle, in der Bauch sich die Schlangen des bösen Willens und der Ignoranz gegenseitig auffressen. Wer ist für diese Entwicklung verantwortlich?  Auf einer ersten Ebene sind wir es selbst, wenn wir nicht als mitverantwortliche Bürger*innen handeln, uns nicht für unsere ausgegrenzten Mitbürger*innen einsetzen, sondern schweigend zusehen wie andere ausgegrenzt und degradiert werden. Wenn uns das Grundgesetz, Freiheit, Gleichheit und Brüder-/Schwesterlichkeit im Rahmen unserer Handlungsmöglichkeiten keinen Einsatz mehr wert sind, dann sind wir zu Sklaven eines Masse verwaltenden Systems geworden, welches sich langfristig selbst zerstört. Und wir werden unsere Mitverantwortung im Sumpf von Alkohol, Drogen und Selbstbespiegelung ertränken. Denn warum finden wir eine stetige Zunahme von Depressivität und Gewalt in unserer Gesellschaft? Weil dieses System uns dazu erzieht nur noch auf unseren persönlichen Vorteil zu schauen. Dieses Verhalten aber produziert einfach nicht genug Endorphine. Für Schwesterlichkeit und Brüderlichkeit zu sorgen macht nämlich glücklich. Fangen wir also bei uns selber und unseren direkten menschlichen Kontakten an!

26.08.2017 "Schande über uns" nannte der italienische Philosoph Franco "Bifo" Berardi seine Diskussionsrunde im Parlament der Körper auf der d14 am 25.08.2017, denn in Libyen, Israel, der Türkei und Ägypten werden Flüchtlingslager unter schrecklichsten Bedingungen geführt. Dies geschieht mit der Unterstützung durch die Europäer, weil diese die Flüchtlinge in ihren Ländern nicht mehr aufnehmen möchten. Berardi sagt, er schäme sich, "weil ich nicht in der Lage bin, den Faschismus aufzuhalten, der sich überall aufbaut in Europa." Dieser Faschismus baut sich, so meinen wir, nicht nur in der rechten Szene auf, sondern in den etablierten Parteien, die unsere europäischen Regierungen führen. Ist das Grundgesetz noch einklagbar? Oder wird es zur Farce?

23.08.2017 Wir befassen uns mit verschiedenen politischen und nichtpolitischen Initiativen, die auch in Kassel aktiv sind. Der "Pulse of Europe" ist eine reine SPD-Gründung. Man ist frustriert, dass man als Partei keinen Zulauf mehr hat und versucht auf diesem Wege neue Mitglieder zu aquirieren. So werden uns weitere "Gründungen" präsentiert, die politische Teilhabe anbieten, aber an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten sind. Dabei geht es doch simpel darum, endlich Ernst mit demokratischen Strukturen (!) zu machen, in Kassel wirklich alle Fähigkeiten und Kräfte der Bürger*innen zu würdigen und einzubeziehen und die Veternwirtschaft zu beenden, die nur Parteimitgliedern und deren Kindern und Enkeln Chancen auf berufliche und private Karrieren anbietet. An scheinbar nicht politischen Initiativen, die aber alle SPD-geleitet sind, finden wir mit denselben Strukturen "Transition-Town", "Stolpersteine", "documenta-Forum", "Essbare Stadt" und sämtliche Kunstvereine. Alle machen Angebote zur Beteiligung, aber degradieren jede/n, der oder die fortschrittliche Impulse setzen wollen, die die Vorherrschaft der Vorsitzenden in Frage stellen könnten. Wer diese Erfahrung mehrfach macht, wird mit der Zeit feststellen, dass er oder sie nicht die geringste Chance auf echte Teilhabe hat, sondern nur den politisch gewollten Vorsitzenden dienen soll, welche so zu Ruhm und öffentlichen Geldern kommen. Dieses perfide System hilft zwar auch einzelnen, die psychisch labil sind, eine kleine Aufgabe suchen oder in einer Krise Halt brauchen, intelligente und wegweisende Entwicklungen lässt es aber nicht mehr zu. Schlimmer noch: Initiativen wie Stolpersteine, die von politisch nicht relevanten, nicht der SPD angehörenden Bürger*innen gegründet wurden, wurden in Kassel gezielt okkupiert und als Verein dann von SPD-Kadern offiziell gegründet. Diese Strategie ist so flächendeckend, dass Gruppen mit echter Initiativkraft keine Chance haben nachhaltig zu bestehen oder in die Öffentlichkeit zu kommen, weil die lokale Presse sie nicht ankündigt, wenn die SPD dies nicht will. Der Verein documenta-Forum lässt auf öffentlichen Veranstaltungen Listen für Interessierte herumgehen, sortiert dann aber Bürger*innen dieser Stadt aus, die politisch nicht gewollt sind, sich aber nie etwas haben zu Schulden kommen lassen. Solche Entwicklungen zerstören bewusst und über Jahrzehnte gezielt jede Teilhabe. Man will politisch unter sich bleiben.

20.08.2017 Wir befassen uns mit einer neuen Studenteninitiative in Kassel, die wir für interessant halten: http://meetingdemocracy.org/de/2017/07/14/infoburo-meeting-democracy-rundgang-kunsthochschule-kassel-2017/

Hat diese Initiative in Kassel eine Überlebenschance? Wird sie nachhaltig arbeiten können?

04.08.2017 Wir befassen uns mit Antidiskriminierungspädagogik: Nora Sternberg schreibt in ihrem Artikel "Verlernen vermitteln" von 2014 (Kunstpädagogische Positionen Bd. 30), dass es ein Fehler ist gesellschaftliche Phänomene zu personalisieren. Vielmehr müsse man die realen Macht- und Herrschaftssysteme analysieren, um die realen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturen aufzudecken, die zu Ausgrenzung, Ausbeutung und Rassismus führen. Was machen wir aber, wenn uns dabei hier in Kassel immer wieder dieselben Namen begegnen, die auf z.T. hohen politischen Ebenen oder als reiche Mäzene vor Ort ihre Missbrauchtätigkeit oft über Jahre ausgeübt und etabliert haben. Was machen wir, wenn keiner dieser mächtigen Damen und Herren noch ausreichende Interessen daran hat unsere Demokratie zu schützen, sondern ausschließlich auf ihrer Missbrauchsmacht besteht, ja uns noch Solidarität, Perspektiven und Beweise ihres persönlichen Einsatzes für demokratische Strukturen vorspielt?? Ohne Abwahl dieser Menschen, die das Grundgesetz nicht mehr kennen wollen, werden wir in Deutschland wohl nichts erreichen. Diese kann es aber nur geben, wenn viel mehr Menschen unabhängig von der verdeckten Wahlwerbung in den Medien, die diese Mächtigen ja besitzen und manipulieren, dafür eintreten, dass ein System- und Machtwechsel möglich wird.

10.07.2017 In mehreren Treffen wird deutlich, dass wirklich jeder und jede, die in Kassel arbeiten und von öffentlichen Geldern abhängig ist oder für die Stadt arbeitet, schweigen muss, um den eigenen Job zu erhalten. Mit unerbittlicher, unmenschlicher Härte geht die Stadt gegen die vor, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Missstände aufdecken, die dem Gemeinwohl schaden. So hatte eine Mitarbeiterin des Revisionsamtes in Kassel nach 30-jähriger treuer Mitarbeit auf dem Dienstweg dem damaligen Oberbürgermeister der Stadt Kassel mitteilen lassen, dass eine Kollegin in ihrer Dienstzeit über einen längeren Zeitraum die Doktorarbeit der Vorgesetzten niederschrieb. Nachdem monatelang auf wiederholtes Nachfragen keine Reaktion erfolgte, informierte die Mitarbeiterin die Parteien. Dafür wurde sie nicht nur mehrfach von der Stadt verklagt, sondern musste den Rest ihrer Arbeitszeit im Amt in einem separaten Raum ohne sinnvolle Arbeit verbringen. Sie wurde vor Gericht zwar freigesprochen, aber der mitmenschliche Schaden für das Gemeinwohl ist extrem. Denn jetzt weiß jeder, jede Mitarbeiter*in der Stadt Kassel, das demokratische Regeln hier nicht gelten. Für die darauf folgenden Wahlen wirkte sich dies aber nur in einem geringen Minus aus. Haben die Bürger*innen kein Verantwortungsbewusstsein mehr? Schlittern wir systematisch auf allen Ebenen der Gesellschaft in faschistoide Strukturen hinein ohne uns des Ausmaßes unseres Versagens bewusst zu werden? Gibt es in Kassel überhaupt noch eine Chance Demokratie zu reinstallieren?

17.06.2017 Zwischenbemerkung: Dirk Schwarze ist tot. Er hatte als Kulturredakteur, Mitglied der SPD und Vorsitzender in Documentaforum  und diversen anderen Gremien eine Entscheidungsgewalt und großen Einfluss darauf, wer in Kassel als Künstler*in gelten durfte und wer ausgeschlossen war. Über 30 Jahrzehnte beeinflusste er so die Kasseler Kunstszene und sorgte dafür, dass viele, vor allem weibliche Künstler keine Chance bekamen, und dass neue junge Journalisten sich an diese politisch initierten Regeln halten mussten. Er wird jetzt mit besonderen Ehren verabschiedet, natürlich von den hier allumfassend herrschenden SPD-Kadern, die den Niedergang unserer lokalen Demokratie über Jahrzehnte systematisch verfolgt und umgesetzt haben. So sind viele perverse Kulturpolitiker*innen nachgewachsen. Es wird sich also von offizieller Seite nichts ändern. 

8.06.2017 Der d14-Künstler PopeL lässt in seiner Whispering Campaigne vor dem Fridericianum eine Stimme flüstern: "Ignoranz ist eine Tugend." Für Kassel stimmt das auf jeden Fall. Denn hier setzt sich sehr selten jemand für Fairness gegenüber anderen ein.Vielmehr ist es üblich zuzuschauen, wenn andere Menschen von etwas ausgeschlossen werden, oder man macht dabei möglichst heimlich aktiv mit. PopeL will mit seinem Kunstwerk natürlich provozieren. Er trifft hier allerdings genau ins Schwarze. Wir fragen uns in der Diskussion, ob dieses Verhalten nur in Kassel so schlimm ist oder ob es sich hier um eine Entwicklung in Deutschland oder gar ganz Europa handelt. Degenerieren die westlichen Gesellschaften auf diese Weise? Zerstören sie so ihre eigenen Grundlagen? Haben wir von Politikern nur noch skrupellose Ignoranz zu erwarten? Welche Strategien wirken dem entgegen?  Der Verlust der sozialen Solidarität ist der Verlust des Menschseins, sowohl die Einzelbeziehungen betreffend als auch die in staatlichen, beruflichen, nachbarschaftlichen oder städtischen Zusammenhängen.


15.05.2017
Erste Rückmeldungen ergeben, dass es an vielen Stellen in Kassel brennt, weil das Schweigen zu Veternwirtschaft und Ausgrenzung auch deshalb so massiv ist, weil viele um ihre Privilegien und ihren Job fürchten müssen, wenn sie öffentlich reden. Immer geht es um Schaden, den die machthabende Partei angerichtet hat. Wir werden also möglicherweise die Bedingung für die Aufnahme in die Society aufstellen müssen, dass SPD- und Grünen-Mitglieder draußen bleiben müssen. Jedes Mitglied wird eine Erklärung abgeben müssen, dass sie keiner der beiden Parteien angehört, damit sich die Mitglieder sicher fühlen können.