Society for recreating democracy in Kassel - an open society for cultural participation and inclusion
- as a part of a parliament of bodies, which the d14 developed as a tool of reinstalling democracy.

Gesellschaft für kulturelle Teilhabe in Kassel

Wir müssen Gegenmächte bilden in einer seit Jahrzehnten immer stärker werdenden Exklusion von Künstler*innen und Kulturschaffenden in Kassel. Wenn private Kräfte bestimmen, wer an Gruppenausstellungen teilnehmen darf, wer öffentliche Räume für Aktionen und Kultur nutzen darf, dann bestimmen im Hintergrund die Geldgeber und die stärkste Partei in Kassel, wer hier Zugehörigkeit erleben darf und wer ausgeschlossen wird. Der erste Tabubruch muss das Brechen des perversen Schweigens sein, welches wie ein Bleimantel die freie Kommunikation in Kassel verhindert. Documentaforum, Stadtvertreter, Verwalter von Kunsttempel und anderen lokalen Ausstellungsorten, Atelierrundgängen usw. verweigern vielen Bürger*innen und Künstler*innen dieser Stadt die aktive Teilhabe. Die völlig subjektive, durch Machtmissbrauch bestimmten Entscheidungsstrukturen dieser Stadt zerstören auf Dauer das gesunde Funktionieren der Stadtgesellschaft. Die seit vielen Jahren festgefahrene, politisch gewollte institutionalisierte Gewalt gegen Künstler*innen widerspricht dem Bild einer Kulturhauptstadtbewerbung. Und sie widerspricht last but not least dem Grundgesetz, welches den Verantwortlichen nicht mehr als Leitlinie dient. Dieser Verrat an unserer Kultur ist in Kassel flächendeckend und wird durch Schweigen manifestiert.
Was können wir dem entgegensetzen? Welche langfristigen Strategien können wir verfolgen, um die Maske des Schweigens zu brechen und einen Keil in diese Gewaltstrukturen zu treiben? Wie erlangen wir weitere detaillierte Kenntnis von den Missbrauchsstrukturen der wenigen lokalen (Multi)millionäre und wie entlarven wir deren durch die lokalen Medien unterstützten Vorgehensweisen? Was setzen wir diesen entgegen? Wie schaffen wir eine neue Basis für Kooperation und Teilhabe in Kassel? Wer beteiligt sich?

15.5.2017 Erste Rückmeldungen ergeben, dass es an vielen Stellen in Kassel brennt, weil das Schweigen zu Veternwirtschaft und Ausgrenzung auch deshalb so massiv ist, weil viele um ihre Privilegien und ihren Job fürchten müssen, wenn sie öffentlich reden. Immer geht es um Schaden, den die machthabende Partei angerichtet hat. Wir werden also möglicherweise die Bedingung für die Aufnahme in die Society aufstellen müssen, dass SPD- und Grünen-Mitglieder draußen bleiben müssen. Jedes Mitglied wird eine Erklärung abgeben müssen, dass sie keiner der beiden Parteien angehört, damit sich die Mitglieder sicher fühlen können.

8.6.2017 Der d14-Künstler PopeL lässt in seiner Whispering Campaigne vor dem Fridericianum eine Stimme flüstern: "Ignoranz ist eine Tugend." Für Kassel stimmt das auf jeden Fall. Denn hier setzt sich sehr selten jemand für Fairness gegenüber anderen ein.Vielmehr ist es üblich zuzuschauen, wenn andere Menschen von etwas ausgeschlossen werden, oder man macht dabei möglichst heimlich aktiv mit. PopeL will mit seinem Kunstwerk natürlich provozieren. Er trifft hier allerdings genau ins Schwarze. Wir fragen uns in der Diskussion, ob dieses Verhalten nur in Kassel so schlimm ist oder ob es sich hier um eine Entwicklung in Deutschland oder gar ganz Europa handelt. Degenerieren die westlichen Gesellschaften auf diese Weise? Zerstören sie so ihre eigenen Grundlagen? Haben wir von Politikern nur noch skrupellose Ignoranz zu erwarten? Welche Strategien wirken dem entgegen?  Der Verlust der sozialen Solidarität ist der Verlust des Menschseins, sowohl die Einzelbeziehungen betreffend als auch die in staatlichen, beruflichen, nachbarschaftlichen oder städtischen Zusammenhängen.

17.06.2017 Zwischenbemerkung: Dirk Schwarze ist tot. Er hatte als Kulturredakteur, Mitglied der SPD und Vorsitzender in Documentaforum  und diversen anderen Gremien eine Entscheidungsgewalt und großen Einfluss darauf, wer in Kassel als Künstler*in gelten durfte und wer ausgeschlossen war. Über 30 Jahrzehnte beeinflusste er so die Kasseler Kunstszene und sorgte dafür, dass viele, vor allem weibliche Künstler keine Chance bekamen, und dass neue junge Journalisten sich an diese politisch initierten Regeln halten mussten. Er wird jetzt mit besonderen Ehren verabschiedet, natürlich von den hier allumfassend herrschenden SPD-Kadern, die den Niedergang unserer lokalen Demokratie über Jahrzehnte systematisch verfolgt und umgesetzt haben. So sind viele perverse Kulturpolitiker*innen nachgewachsen. Es wird sich also von offizieller Seite nichts ändern. 

10.07.2017 In mehreren Treffen wird deutlich, dass wirklich jeder und jede, die in Kassel arbeiten und von öffentlichen Geldern abhängig ist oder für die Stadt arbeitet, schweigen muss, um den eigenen Job zu erhalten. Mit unerbittlicher, unmenschlicher Härte geht die Stadt gegen die vor, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Missstände aufdecken, die dem Gemeinwohl schaden. So hatte eine Mitarbeiterin des Revisionsamtes in Kassel nach 30-jähriger treuer Mitarbeit auf dem Dienstweg dem damaligen Oberbürgermeister der Stadt Kassel mitteilen lassen, dass eine Kollegin in ihrer Dienstzeit über einen längeren Zeitraum die Doktorarbeit der Vorgesetzten niederschrieb. Nachdem monatelang auf wiederholtes Nachfragen keine Reaktion erfolgte, informierte die Mitarbeiterin die Parteien. Dafür wurde sie nicht nur mehrfach von der Stadt verklagt, sondern musste den Rest ihrer Arbeitszeit im Amt in einem separaten Raum ohne sinnvolle Arbeit verbringen. Sie wurde vor Gericht zwar freigesprochen, aber der mitmenschliche Schaden für das Gemeinwohl ist extrem. Denn jetzt weiß jeder, jede Mitarbeiter*in der Stadt Kassel, das demokratische Regeln hier nicht gelten. Für die darauf folgenden Wahlen wirkte sich dies aber nur in einem geringen Minus aus. Haben die Bürger*innen kein Verantwortungsbewusstsein mehr? Schlittern wir systematisch auf allen Ebenen der Gesellschaft in faschistoide Strukturen hinein ohne uns des Ausmaßes unseres Versagens bewusst zu werden? Gibt es in Kassel überhaupt noch eine Chance Demokratie zu reinstallieren?

04.08.2017 Wir befassen uns mit Antidiskriminierungspädagogik: Nora Sternberg schreibt in ihrem Artikel "Verlernen vermitteln" von 2014 (Kunstpädagogische Positionen Bd. 30), dass es ein Fehler ist gesellschaftliche Phänomene zu personalisieren. Vielmehr müsse man die realen Macht- und Herrschaftssysteme analysieren, um die realen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturen aufzudecken, die zu Ausgrenzung, Ausbeutung und Rassismus führen. Was machen wir aber, wenn uns dabei hier in Kassel immer wieder dieselben Namen begegnen, die auf z.T. hohen politischen Ebenen oder als reiche Mäzene vor Ort ihre Missbrauchtätigkeit oft über Jahre ausgeübt und etabliert haben. Was machen wir, wenn keiner dieser mächtigen Damen und Herren noch ausreichende Interessen daran hat unsere Demokratie zu schützen, sondern ausschließlich auf ihrer Missbrauchsmacht besteht, ja uns noch Solidarität, Perspektiven und Beweise ihres persönlichen Einsatzes für demokratische Strukturen vorspielt?? Ohne Abwahl dieser Menschen, die das Grundgesetz nicht mehr kennen wollen, werden wir in Deutschland wohl nichts erreichen. Diese kann es aber nur geben, wenn viel mehr Menschen unabhängig von der verdeckten Wahlwerbung in den Medien, die diese Mächtigen ja besitzen und manipulieren, dafür eintreten, dass ein System- und Machtwechsel möglich wird.

20.08.2017 Wir befassen uns mit einer neuen Studenteninitiative in Kassel, die wir für interessant halten: http://meetingdemocracy.org/de/2017/07/14/infoburo-meeting-democracy-rundgang-kunsthochschule-kassel-2017/

Hat diese Initiative in Kassel eine Überlebenschance? Wird sie nachhaltig arbeiten können?

23.08.2017 Wir befassen uns mit verschiedenen politischen und nichtpolitischen Initiativen, die auch in Kassel aktiv sind. Der "Pulse of Europe" ist eine reine SPD-Gründung. Man ist frustriert, dass man als Partei keinen Zulauf mehr hat und versucht auf diesem Wege neue Mitglieder zu aquirieren. So werden uns weitere "Gründungen" präsentiert, die politische Teilhabe anbieten, aber an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten sind. Dabei geht es doch simpel darum, endlich Ernst mit demokratischen Strukturen (!) zu machen, in Kassel wirklich alle Fähigkeiten und Kräfte der Bürger*innen zu würdigen und einzubeziehen und die Veternwirtschaft zu beenden, die nur Parteimitgliedern und deren Kindern und Enkeln Chancen auf berufliche und private Karrieren anbietet. An scheinbar nicht politischen Initiativen, die aber alle SPD-geleitet sind, finden wir mit denselben Strukturen "Transition-Town", "Stolpersteine", "documenta-Forum", "Essbare Stadt" und sämtliche Kunstvereine. Alle machen Angebote zur Beteiligung, aber degradieren jede/n, der oder die fortschrittliche Impulse setzen wollen, die die Vorherrschaft der Vorsitzenden in Frage stellen könnten. Wer diese Erfahrung mehrfach macht, wird mit der Zeit feststellen, dass er oder sie nicht die geringste Chance auf echte Teilhabe hat, sondern nur den politisch gewollten Vorsitzenden dienen soll, welche so zu Ruhm und öffentlichen Geldern kommen. Dieses perfide System hilft zwar auch einzelnen, die psychisch labil sind, eine kleine Aufgabe suchen oder in einer Krise Halt brauchen, intelligente und wegweisende Entwicklungen lässt es aber nicht mehr zu. Schlimmer noch: Initiativen wie Stolpersteine, die von politisch nicht relevanten, nicht der SPD angehörenden Bürger*innen gegründet wurden, wurden in Kassel gezielt okkupiert und als Verein dann von SPD-Kadern offiziell gegründet. Diese Strategie ist so flächendeckend, dass Gruppen mit echter Initiativkraft keine Chance haben nachhaltig zu bestehen oder in die Öffentlichkeit zu kommen, weil die lokale Presse sie nicht ankündigt, wenn die SPD dies nicht will. Der Verein documenta-Forum lässt auf öffentlichen Veranstaltungen Listen für Interessierte herumgehen , sortiert dann aber Bürger*innen dieser Stadt aus, die politisch nicht gewollt sind, sich aber nie etwas haben zu Schulden kommen lassen. Solche Entwicklungen zerstören bewusst und über Jahrzehnte gezielt jede Teilhabe. Man will politisch unter sich bleiben.

26.08.2017 "Schande über uns" nannte der italienische Philosoph Franco "Bifo" Berardi seine Diskussionsrunde im Parlament der Körper auf der d14 am 25.08.2017, denn in Libyen, Israel, der Türkei und Ägypten werden Flüchtlingslager unter schrecklichsten Bedingungen geführt. Dies geschieht mit der Unterstützung durch die Europäer, weil diese die Flüchtlinge in ihren Ländern nicht mehr aufnehmen möchten. Berardi sagt, er schäme sich, "weil ich nicht in der Lage bin, den Faschismus aufzuhalten, der sich überall aufbaut in Europa." Dieser Faschismus baut sich, so meinen wir, nicht nur in der rechten Szene auf, sondern in den etablierten Parteien, die unsere europäischen Regierungen führen. Ist das Grundgesetz noch einklagbar? Oder wird es zur Farce?

14.09.2017 Wenn die Scheindemokratie systematisch zu einem neofaschistisches System wird, in dem nur noch die angemessen bezahlt werden, die zu den bestehenden Verbrecherstrukturen schweigen, wenn die vielen Namenlosen dies zulassen und sich niemand mehr für ein gemeinsames System der Gleichberechtigung und Teilhabe einsetzt, dann ist die Demokratie eine tote leere Hülle, in der Bauch sich die Schlangen des bösen Willens und der Ignoranz gegenseitig auffressen. Wer ist für diese Entwicklung verantwortlich?  Auf einer ersten Ebene sind wir es selbst, wenn wir nicht als mitverantwortliche Bürger*innen handeln, uns nicht für unsere ausgegrenzten Mitbürger*innen einsetzen, sondern schweigend zusehen wie andere ausgegrenzt und degradiert werden. Wenn uns das Grundgesetz, Freiheit, Gleichheit und Brüder-/Schwesterlichkeit im Rahmen unserer Handlungsmöglichkeiten keinen Einsatz mehr wert sind, dann sind wir zu Sklaven eines Masse verwaltenden Systems geworden, welches sich langfristig selbst zerstört. Und wir werden unsere Mitverantwortung im Sumpf von Alkohol, Drogen und Selbstbespiegelung ertränken. Denn warum finden wir eine stetige Zunahme von Depressivität und Gewalt in unserer Gesellschaft? Weil dieses System uns dazu erzieht nur noch auf unseren persönlichen Vorteil zu schauen. Dieses Verhalten aber produziert einfach nicht genug Endorphine. Für Schwesterlichkeit und Brüderlichkeit zu sorgen macht nämlich glücklich. Fangen wir also bei uns selber und unseren direkten menschlichen Kontakten an!